Panorama

Erste Aussage vor GerichtAngeklagte beschreibt, wie Fabians Blut in ihr Auto gekommen sein soll

24.08.2026, 11:18 Uhr
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Am 22. Verhandlungstag spricht die Verdächtige. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Tod des acht Jahre alten Fabian in Güstrow beschäftigt das Gericht. Erstmals sagt nun die Verdächtige aus. Gleich zu Beginn liefert sie eine mögliche Erklärung für Fabians Blutspuren.

Die im Fall des Mordes am achtjährigen Fabian angeklagte Frau hat in ihrer ersten Aussage vor dem Landgericht Rostock auch die Beziehung zu dem Kind beschrieben. Ihr etwa gleichaltriger Sohn und Fabian hätten sich gut verstanden, sagte die 30-Jährige. Im August 2025 hätten sie zu dritt sogar noch einen gemeinsamen Ausflug an einen Badesee gemacht.

Dabei habe sich Fabian leicht am Fuß verletzt. Sie habe die kaum blutende Wunde mit einem Pflaster versorgt und mit einer Küchenrolle abgetupft, ohne das Blatt von der Rolle abzureißen. "Dann war Fabians Welt wieder in Ordnung." Die Ermittler hatten "genau dieses Stück mit diesem winzigen durchwässerten Bluttropfen" des Kindes in der hinteren Tür ihres Autos gefunden und als Beweismittel in den Prozess eingeführt.

Die Angeklagte verlas ihre Aussage von einem großen Stapel DIN-A4-Blätter. Auf 95 Seiten erstreckt sich ihre Einlassung. Ungefähr vier Stunden soll die Aussage dauern, Pausen noch nicht eingerechnet. Sie berichtete auch unter Tränen vom Tod ihres Lieblingspferdes. Nach einer halben Stunde unterbrach der Richter die Anhörung, um der Angeklagten eine kurze Pause zu gewähren.

"Es war Liebe auf den ersten Blick", sagte die 30-Jährige über das Verhältnis zum Vater des getöteten Jungen. Das Verhältnis sei zu Anfang sehr harmonisch gewesen - auch zu dem Kind Fabian. Mit dem Vater sei sie sehr schnell zusammengezogen. Später kam es ihren Angaben nach zu Spannungen, auch weil sie nach einer ungeplanten Schwangerschaft nach nur vier Monaten Beziehung abgetrieben habe. Obwohl die Entscheidung gemeinsam getroffen worden sei, habe sie sich später alleingelassen gefühlt und habe an Depressionen gelitten, schilderte sie ihre Gefühlslage.

Der Prozess stößt seit Beginn auf großes öffentliches Interesse. Die ersten Zuschauer stellten sich bereits gegen 4 Uhr in der Früh am Landgericht an, um dem Prozess zu verfolgen. Allerdings fanden bei weitem nicht alle Platz im großen Saal 2.002, wo es 100 Zuschauerplätze und 50 Medienplätze gab. Der Prozess wird seit seinem Beginn am 28. April von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Zuschauer und Journalisten müssen durch Sicherheitsschleusen.

Die 30-jährige Frau soll Fabian laut Anklage am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen.

In dem Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Als letzter Verhandlungstag ist bislang der 10. September terminiert. Dann könnte das Urteil gesprochen werden.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa

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