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Mordfall in Viersen vor Gericht Angeklagter sah Opfer als sein Eigentum

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Die Tötung von Iuliana R. hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Sommer lockt ein 17-Jähriger seine Ex-Freundin in einen Park in Viersen. Dort soll er mehrfach auf sie eingestochen haben, die 15-Jährige stirbt. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht und lässt eine Erklärung verlesen.

Weil er mit der Trennung von seiner Freundin nicht zurechtgekommen sein soll und die 15-Jährige daraufhin getötet haben soll, muss sich ein 17-Jähriger nun vor der Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jugendlichen heimtückischen Mord an seiner Exfreundin vor.

Der angeklagte Jugendliche soll Iuliana R. im Juni unter einem Vorwand in einen Park in Viersen gelockt haben. Dort durchsuchte er das Handy der jungen Frau, um eventuelle Hinweise auf einen neuen Partner zu finden. Als er glaubte Indizien entdeckt zu haben, stach er mit einem 25 Zentimeter langen Messer auf die 15-Jährige ein. Die junge Frau erlitt sechs Stiche in den Oberkörper und starb noch am Tatort.

Das Opfer hatte sich nur wenige Tage vor der Attacke von dem Angeklagten getrennt. Vor Gericht erklärten die Staatsanwälte: Der 17-Jährige habe Iuliana R. als sein Eigentum betrachtet. Vor Prozessbeginn sagte der Staatsanwalt Stefan Lingens im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung: "Nach dem Motto: entweder gehörst du mir und wenn du mir nicht gehören kannst, sollst du keinem anderen gehören."

Ankündigung via Whatsapp und Facebook

Die Tat hatte der Jugendliche per Whatsapp und auf Facebook bei seinen Freunden angekündigt. Allerdings nahm niemand die Drohung ernst. Deswegen hat die Staatsanwaltschaft noch sechs weitere Personen wegen Nichtanzeigen einer Straftat oder Strafvereitelung angezeigt.

Wie "Bild" berichtet, ließ der Angeklagte im Gerichtssaal durch seinen Anwalt eine Erklärung verlesen. Darin erklärt er, dass er vor der Tat "reichlich Kokain konsumiert" habe. Die mehrfach geäußerten Ankündigungen, das Mädchen töten zu wollen, habe er "nicht ernst gemeint". Zudem heißt es in der Erklärung, dass der Angeklagte ein Messer dabei gehabt habe. Dieses habe er gezückt, um seine Ex-Freundin zu "verletzen und ihr einen Denkzettel zu verpassen".

Der Sprecher des Landgerichts, Fabian Novara, erklärte: "Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die Tat heimtückisch begangen zu haben. Zudem hat es die Eifersucht als niederen Beweggrund bewertet." Falls das Gericht dies auch so sieht, könnte die Tat als Mord eingestuft werden. Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Jugendhaft.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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