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Unklare Gefahrenlage: Feuerwehrkräfte sperren den Einsatzort in Schwülper ab.
Unklare Gefahrenlage: Feuerwehrkräfte sperren den Einsatzort in Schwülper ab.(Foto: dpa)
Freitag, 01. September 2017

Rätselhafte Substanz freigesetzt: Anwohner löst Chemie-Alarm aus

Ungewöhnlicher Vorfall in Niedersachsen: In einem Haus bei Braunschweig hantiert ein Mann mit Chemikalien. Die Einsatzkräfte gehen auf Nummer sicher und evakuieren die Umgebung. Erst nach Stunden können sie in das Haus vordringen.

Ein Mann hat in Niedersachsen eine bislang unbekannte Substanz freigesetzt und damit einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Die umliegenden Wohnhäuser wurden vorsorglich evakuiert, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Die angrenzende Hauptdurchfahrtsstraße in der Gemeinde Schwülper wurde zeitweise komplett gesperrt. Der Ort liegt an der Autobahn A2 unmittelbar nördlich von Braunschweig.

Bereits kurz nach Beginn des Einsatzes konnte die Polizei eine erste Entwarnung geben: Der Vorfall habe offenbar keinen Terrorbezug, hieß es. Es habe auch keine Explosionen gegeben. "Aufgrund der nicht einzuschätzenden Gefahr" müsse der Einsatzort, ein Haus in Lagesbüttel in der Gemeinde Schwülper, jedoch weiterhin abgesperrt bleiben. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste hielten sich mit einem Großaufgebot bereit.

Feuerprobe für CRBN-Kräfte

Die anschließende Gefahrenanalyse durch Experten der Feuerwehr dauerte mehrere Stunden an und zog sich bis weit in die Nacht. Erst am Freitagmorgen waren die Arbeiten der Chemie-Spezialisten vor Ort abgeschlossen.

Zum Einsatz kam dabei unter anderem CRBN-Technik der Berufsfeuerwehr Wolfsburg und des Landeskriminalamts. Das Kürzel CRBN steht dabei für chemische (C), biologische (B) sowie radiologische (R) und nukleare (N) Gefahren. Die früher auch als ABC-Abwehr bekannten Einheiten sind üblicherweise Teil der Feuerwehr.

Zutritt erst um 3 Uhr morgens

Mit Schutzanzügen, Detektoren und Analysegeräten ausgerüstet, sollen sich die speziell ausgestatteten Einsatzkräfte in der Regel zunächst um den Schutz von Personen im Gefahrenbereich kümmern, heißt es in einer Aufgabenbeschreibung beim Bundesamt für Katastrophenschutz und Katastrophenhilfe. Von "elementarer Bedeutung" seien jedoch auch eine schnelle Identifizierung des ausgetretenen Gefahrenstoffs und die Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen.

Die Situation in Schwülper blieb offenbar lange unübersichtlich. Erst gegen 3 Uhr morgens teilte die Polizei mit, dass sie Zugang zum Tatort habe und der fragliche Bewohner das Gebäude verlassen habe. Der Mann wurde "zur weiteren ärztlichen Begutachtung" ins Krankenhaus gebracht. Die Entwarnung folgte rund eine Stunde später: "Nach ersten Erkenntnissen konnten keine Gefahren für die Bevölkerung oder Umwelt festgestellt werden." Welche Chemikalie genau freigesetzt wurde, war zunächst noch unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: n-tv.de

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