Panorama

Gravierende Sicherheitslücke Apotheken dürfen vorerst keine Impfpässe mehr ausstellen

244886907.jpg

Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht noch nicht fest.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Mitte Juni gibt es den digitalen Impfpass. Doch in Apotheken kann er aktuell nicht ausgestellt werden: Durch eine Sicherheitslücke konnten sich offenbar "falsche Apotheken" unberechtigterweise Impfzertifikate besorgen. Die Ausgabe ist daher bis auf Weiteres gestoppt.

Apotheken in ganz Deutschland können seit Mittwoch keine Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei.

Dem "Handelsblatt" war es demnach gelungen, "mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten" auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

Das "Handelsblatt" teilte auf Anfrage mit, es sei richtig, dass es eine gravierende Sicherheitslücke bei der Erstellung digitaler Impfnachweise aufgedeckt habe. "Jedoch hat nicht das 'Handelsblatt' selbst sich einen Zugang zum System verschafft. Zwei IT-Sicherheitsspezialisten haben die Schwachstelle offengelegt und damit demonstriert, dass es bei dem Portal deutliche Mängel gibt", erklärte eine Verlagssprecherin.

Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht nach Angaben des DAV noch nicht fest. Es sei aber davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.