Panorama

Im Eigentum von Mengele?Argentinien spürt Nazi-Relikten nach

22.06.2017, 02:58 Uhr
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Die Relikte lagerten bei einem Sammler in Buenos Aires. (Foto: REUTERS)

Durch Zufall stößt die Polizei in Buenos Aires auf Dutzende Objekte mit Bezug zum Nationalsozialismus. Doch woher stammen die Sachen? Spuren könnten zu ehemaligen Nazi-Größen führen.

Nach dem Fund einer mysteriösen Sammlung mit Hitler-Büsten, Waffen und Reichsadlern mit nationalsozialistischen Symbolen prüft die argentinische Polizei, ob einige Relikte einer bekannten Persönlichkeit gehört haben könnten.

"Diese Objekte können nicht in Händen eines einfachen Soldaten gewesen sein", sagte der Chef der Kulturschutz-Abteilung der argentinischen Interpol-Einheit, Marcelo El Haibe. Er habe bei einem Treffen in Lyon bereits Kontakt mit einer deutschen Kollegin aufgenommen, die Interesse habe, an der Feststellung des Ursprungs der Nazi-Relikte mitzuarbeiten.

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, wurden neben Exponaten wie einem Reichsadler, der den Firmenstempel des Solinger Unternehmens Carl Eickhorn trägt, auch Sammlerstücke beschlagnahmt, die die Aufschrift "Amt für Rassenpolitik" tragen, darunter eine Schachtel mit einem Gerät zum Messen von Kopfgrößen.

Bezug zu Mengele?

Das führte in argentinischen Medien schon zu Spekulationen, ob es einen Bezug zum nach Buenos Aires geflüchteten und in Brasilien gestorbenen SS-Arzt Josef Mengele geben könnte. Ferner gibt es eine Skulptur, die dem Architekten Wilhelm Kreis gewidmet ist, der damals unter anderem mit Albert Speer bei den Planungen für die neue Hauptstadt "Germania" zusammenarbeitete. Eine Skulptur zeigt eine Sphinx-Statue, die Inschrift am Sockel lautet: "Wilhelm Kreis - Architekt und Professor. Siegerentwurf für den Bau des neuen Ägyptisches (sic!) Museum und Papyrussammlung."

Die Polizei war eigentlich einem möglichen Schmuggel mit chinesischen Kunstobjekten und Mumien auf der Spur, entdeckte dann aber bei dem Sammler in einem Vorort von Buenos Aires in einem Nebenzimmer die Sammlung mit 75 NS-Relikten. Zu dem Fund gehören Büsten Hitlers, Degen, Fern- und Vergrößerungsgläser - darunter soll auch die Lupe von Adolf Hitler sein.

Der Antiquitätensammler hatte der dpa gesagt, dass er die Exponate über 25 Jahren von einem Argentinier gekauft habe. Woher dieser die Gegenstände hatte, ist noch unklar. Eine Möglichkeit wäre, dass sie während des Nationalsozialismus nach Buenos Aires kamen - dort lebten damals Zehntausende Deutschstämmige.

Die zuständige Ministerin Patricia Bullrich hatte betont: "Unsere ersten Untersuchungen deuten darauf hin, dass es Originalteile sind, die Nazis von hohem Rang gehörten. Es gibt auch Fotos von Hitler mit den Objekten." Allerdings ist der Fund eher ein Sammelsurium, die Dinge könnten von unterschiedlichen Leuten stammen.

Quelle: mli/dpa

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