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Für den Notfall Diese Vorräte sollten Sie zu Hause haben

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Das Anlegen eines Notvorrats an Lebensmitteln sollte Standard sein.

(Foto: imago images/epd)

Das Coronavirus macht auch in Deutschland zunehmend Angst. Dennoch muss gesagt werden: Es besteht kein Grund zur Panik, Hamsterkäufe sind nicht angebracht. Unabhängig davon, wie arg es aber tatsächlich kommt, sollte jeder Haushalt auf etwaige Katastrophen vorbereitet sein - immer.

Über 25 Corona-Fälle gibt es inzwischen in Deutschland. Und auch in unseren Nachbarländern hat sich das Coronavirus ausgebreitet. Italien hat sich gar zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt, die Italiener, vor allem im Norden des Landes, sind besorgt, machen sich Gedanken über den richtigen Schutz. Supermärkte in Italien sind teilweise leergekauft. Und auch die Deutschen schauen mit wachsender Sorge auf die Entwicklungen im eigenen Land.

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, erklärt, wie sich die Bevölkerung auf eine Notsituation am besten vorbereitet und welche Vorräte man zu Hause haben sollte.

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"Wir raten der Bevölkerung grundsätzlich, dass sie sich auf Krisen und Katastrophen vorbereiten soll. Dazu gehört auch das Anlegen eines Notvorrats an Lebensmitteln", so Unger. Empfohlen wird dabei ein Vorrat, der für zehn Tage ausreicht: "Wichtig ist, dass alle Menschen sich darüber Gedanken machen und zumindest für ein paar Tage Vorräte haben - am besten wäre natürlich ein Zeitraum von zehn Tagen."

Beispiel für einen zehntägigen Grundvorrat an Getränken und Lebensmitteln für eine Person:

  • 20 Liter Wasser
  • 3,5 Kilogramm Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis (insgesamt)
  • 2,5 Kilogramm Obst (in Dosen oder Gläsern) und Nüsse
  • 4 Kilogramm Hülsenfrüchte und Gemüse (in Dosen oder Gläsern)
  • 2,6 Kilogramm Milch und Milchprodukte
  • 1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch und Eier beziehungsweise Volleipulver (Eier sind nur wenige Tage, Volleipulver ist mehrere Jahre haltbar)
  • 0,4 Kilogramm Fette und Öle
  • Lebensmittel, die nicht erhitzt oder gekocht werden müssen (Zucker, Honig, Schokolade, Mehl, Instantbrühe, Hartkekse, Salzstangen) - Menge nach Belieben

Dieser Vorrat entspricht etwa 2200 Kilokalorien pro Tag und deckt somit im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab.

Außerdem sollten sich folgende Dinge für mögliche Notsituationen immer im Haus befinden:

  • Vorrat an wichtigen Medikamenten
  • Verbandskasten
  • Kerzen, Teelichter
  • Campingkocher
  • Taschenlampe
  • Reservebatterien
  • Desinfektionsmittel

Wie ernst ist die Lage?

Unger stellt klar: "Wir haben aktuell durch das Robert-Koch-Institut (RKI) die Ansage, dass die Lage in Deutschland noch nicht dramatisch ist. Wir sagen aber, dass sich jeder - egal ob es akute Gründe gibt oder nicht - auf Krisensituationen vorbereiten sollte. Allgemein ist das richtig und wichtig."

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hält eine Absperrung wie in Italien jedoch für kaum vorstellbar in Deutschland: "Gewisse Quarantänemaßnahmen sind vorstellbar, wie weit die gehen, haben aber die Gesundheitsbehörden vor Ort zu entscheiden. Wir haben ja Erfahrung mit der Schweinegrippe, mit der Vogelgrippe, mit Sars. Aufgrund dessen gibt es Übungen, die intern durchgeführt werden, um damit besser zurechtzukommen. Es gibt Pandemiepläne und Risikoanalysen. Also ich glaube, Deutschland ist nach aktuellem Stand gut aufgestellt."

"Man sollte den Empfehlungen des RKIs zum persönlichen Verhalten folgen und sich beispielsweise die Hände waschen und desinfizieren, Menschen nicht anhusten und so weiter. Und, ganz wichtig: Nicht in Panik verfallen!"

Weiter rät Unger: "Der Staat wird den Menschen immer helfen, es kann nur in manchen Situationen etwas länger dauern. Deshalb sollte sich in Krisensituationen wie die Ausbreitung des Coronavirus der Mensch auch um sich selbst kümmern können. Und auch Nachbarn oder Freunden helfen können. Deshalb raten wir zur Selbsthilfe und zum Selbstschutz. So oder so muss aber niemand davor Angst haben, zu Hause nicht versorgt zu werden. Wir sind auf Extremsituationen vorbereitet." 

Quelle: ntv.de, awi