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Bis zu 20 Grad im Süden Aus Island kommt ein Frühlingsgruß

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Der Sonntag wird Laut Björn Alexander ein facettenreicher Wettertag.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Tiefdruck-Bombe über Island beschert Deutschland am Wochenende Spitzenwerte um die 20 Grad. Während sich der Süden als Sonnensieger feiern kann, regnet und stürmt es im Norden. Ob der Winter damit vorerst Geschichte ist, verrät ntv-Meteorologe Björn Alexander im Interview.

ntv.de: Beruflich bedingt bist du gerade auf Island, wo ja ein schwerer Sturm bevorsteht. Wie ist die aktuelle Lage im hohen Norden?

Der Wind weht schon recht kräftig mit ersten Sturmböen und eisigen Temperaturen. Gefühlt sind es gerne schon mal um die minus 5 bis minus 15 Grad. Auf den Bergen auch deutlich darunter. Das Maximum des Sturms wird es aber erst am Freitag geben.

Welche Windgeschwindigkeiten sind zu erwarten?

Derzeit muss von einer sehr brisanten Wetterlage mit Windgeschwindigkeiten zwischen 120 und 180 km/h ausgegangen werden. Im Bergland auch jenseits von 200 km/h. Gleichzeitig wird es mitunter heftig schneien mit entsprechenden Schneeverwehungen. Blizzardartige Verhältnisse also.

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Björn Alexander.

Woher kommt diese Wetterlage?

In diesem Fall von einer sogenannte Bombogenese. Das ist ein extrem starker Druckabfall im Tiefdruckkern. Innerhalb von 24 Stunden muss der Druck um mindestens 24 Hektopascal sinken. Beim aktuellen Bombenzyklon sind es sogar 55 hPa von Freitagmittag bis Sonntagmittag von 975 auf 920 hPa. Das zeigt das enorme Potenzial dieses Tiefdruckgebietes. Manche Berechnungen gehen sogar auf rekordverdächtige 917 hPa.

Hat die Tiefdruck-Bombe auch Auswirkungen auf unser Wetter in Deutschland?

Ein derartig extremes Islandtief schickt seine Auswirkungen auch bis nach Mitteleuropa. Auf seiner Vorderseite wird zum Wochenende nämlich sehr milde Luft aus südlichen Breiten angezapft. Der Mini-Winter zuletzt wird dementsprechend vom (Vor-) Frühling abgelöst.

Was bedeutet das? Wie warm wird es?

Am Sonntag sind teilweise Temperaturen bis zu 20 Grad drin. Zumindest im Süden. Denn das Wochenend-Wetter ist auf jeden Fall sehr ungerecht verteilt.

Warum?

Weil das Islandtief "Uta" zwar dem Süden extrem milde Luft bringt, gleichzeitig aber dem Norden Deutschlands schon seine wolkigen, teilweise nassen und zunehmend stürmischen Ausläufer sendet.

Sind die 20 Grad im Süden schon der Start in den Frühling?

Vorerst einmal noch nicht. Der Sonntag wird nämlich nicht nur ein extrem facettenreicher Wettertag. Er beschert dem Norden auch eine Kaltfront, die sich zu Beginn der nächsten Woche südwärts ausbreitet. Soll heißen: spätestens am Dienstag erleben wir wieder einstellige Höchstwerte und Schnee oder Schneeregen. Kurzum: das Wetter mag es momentan abwechslungsreich und turbulent.

Wie stark stürmt es denn bei uns?

Nach jetzigem Stand sind es am Sonntag auf den Mittelgebirgen Spitzen von 100 bis 160 km/h; wobei die heftigsten Böen im Oberharz und auf dem Brocken drohen. An der Nordsee dürften die stärksten Böen bei Tempo 110 liegen. Ansonsten bekommt die Nordhälfte 60 bis 90 km/h, während es ganz im Süden ruhiger durch den Tag geht.

Welches Wetter erwartet uns denn am Samstag? Sind Sonne und milde Temperaturen ähnlich ungerecht verteilt?

Der Süden ist ganz klar der Sonnensieger bei bis zu 15 Grad am Oberrhein. Auch der Osten startet noch freundlich ins Wochenende. Im übrigen Land überwiegen die Wolken und bringen im Norden Regen und Wind mit. Am kältesten ist es hierbei im Erzgebirge bei 7 Grad.

Und am Sonntag?

Bleibt es im Süden oft schön bei Spitzenwerten bis 20 Grad im Breisgau. Nach Norden hin sind die Wolken zahlreicher und haben teils kräftigen Regen im Gepäck.

Welche Aussichten bringt uns der Start in die neue Woche?

Montag verbreitet wechselhaft mit Schauern und sehr windig bis stürmisch bei 7 bis 15 Grad. Am Dienstag sind dann maximal noch 2 bis 8 Grad drin.

Quelle: ntv.de