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Ein Nazikuchen und andere Devotionalien sorgen für Aufruhr.
Ein Nazikuchen und andere Devotionalien sorgen für Aufruhr.(Foto: Facebook)
Donnerstag, 08. November 2018

Unterricht zum Zweiten Weltkrieg: Australische Schule serviert Nazikuchen

An Millionen Schulen wird jeden Tag Wissen über den Zweiten Weltkrieg vermittelt. An einer australischen Schule bekommen die Schüler dazu jede Menge Nazi-Devotionalien zu sehen. Das bleibt nicht ohne Widerspruch.

Eine Geschichtsstunde in einer Schule im australischen Melbourne hat international Kritik ausgelöst. In dem Unterricht ging es um den Zweiten Weltkrieg. Der Angestellte des Dromana Secondary College brachte dazu Waffen mit, einen Kuchen, der mit einem Hakenkreuz verziert war und andere Nazi-Devotionalien.

Der australischen Zeitung "The Age" zufolge stammten die Gegenstände aus seiner persönlichen Sammlung militärischer Erinnerungsstücke. Dazu gehörten unter anderem Helme und Mützen der deutschen Wehrmacht und der Nachbau eines Zyklon-B-Kanisters, des Giftes, mit dem die Nationalsozialisten Millionen von Juden und Regimegegnern ermordeten.

Auf Fotos, die die Zeitung veröffentlichte, sind Schüler zu sehen, die mit diesen Gegenständen hantieren. Die Bilder hatte der Mitarbeiter, der den Berichten zufolge kein Lehrer ist, bei Facebook hochgeladen. Er erklärte darin unter anderem, er habe sich entschlossen, Hitlers Lieblingskuchen zu backen, nachdem er eine Dokumentation über dessen Dienstmädchen gesehen habe. Daraufhin waren die Behörden informiert worden.

Der Vorsitzende der jüdischen Anti-Diffamierungskommission, Dvir Abramovich, sagte der Zeitung, er sei schockiert. "Der Holocaust, bei dem sechs Millionen Juden und Millionen andere systematisch ermordet wurden, sollte nicht Gegenstand von lustigen Spielen, Unterhaltung und Verkleidungen sein." Von den Behörden hieß es in einer Stellungnahme: "Die Verwendung von Symbolen oder Artefakten auf eine Weise, die die Handlungen der Nazis normalisiert oder trivialisiert, ist völlig inakzeptabel." Ob der Vorfall disziplinarische Konsequenzen für den Schulmitarbeiter hatte, ist nicht bekannt.

Quelle: n-tv.de