Panorama

570 Tote in EcuadorAuswärtiges Amt bestätigt deutsches Opfer

21.04.2016, 14:55 Uhr
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Mehr als drei Tage nach dem Beben haben die Rettungskräfte kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. (Foto: dpa)

Das Erdbeben am Samstagabend ist das schwerste seit mehr als 30 Jahren in Ecuador und tötet mindestens 570 Menschen. Inzwischen ist klar: Auch eine Deutsche ist unter den Toten. Für den milliardenschweren Wiederaufbau erhöht die Regierung die Steuern.

Bei dem Erdbeben in Ecuador mit mehreren hundert Todesopfern ist auch eine Deutsche ums Leben gekommen. "Wir müssen leider bestätigen, dass unter den Toten auch eine deutsche Staatsangehörige ist", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die deutsche Botschaft in Quito stehe im engen Kontakt mit den Angehörigen und den lokalen Behörden. Zu Alter und Herkunft der Frau gab es keine Angaben.

Bislang können die ecuadorianischen Behörden insgesamt 570 Todesopfer bestätigen, darunter 13 Ausländer. Bei dem Beben waren am Samstag zudem Tausende Menschen verletzt worden. Es hatte vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Mehr als 1000 Gebäude wurden zerstört und mehr als 23.500 Menschen in Notunterkünften untergebracht.

Steuererhöhungen und Sonderabgaben

Die ecuadorianische Regierung schätzt, dass der Wiederaufbau rund drei Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) kosten und Jahre dauern wird. Zur Finanzierung will Präsident Rafael Correa die Mehrwertsteuer für ein Jahr um 2 Punkte auf 14 Prozent anheben.

Zudem erhebt die Regierung auf je tausend Dollar Monatsverdienst eine Pflichtabgabe in Höhe eines Tagesgehalts. Besonders vermögende Bürger sollen zusätzlich eine einmalige Sondersteuer zahlen. Correa stellte auch in Aussicht, ecuadorianische Vermögenswerte zu verkaufen, ohne anzugeben, um welche es sich handeln könnte. Die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank beteiligen sich nach aktuellem Stand mit 600 Millionen Dollar (530 Millionen Euro) am Wiederaufbau.

Rettungskräfte und Angehörige suchen in den Trümmern nach wie vor nach Vermissten. Die Drei-Tages-Frist ab, nach der in der Regel kaum noch Überlebende gefunden werden, lief aber schon Dienstagabend ab.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa/rts

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