Panorama

Nuancen einer Zeugenaussage BVB-Profi Bartra betont seine Stärke

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Bartra wurde bei dem Anschlag verletzt.

(Foto: REUTERS)

Eine halbe Stunde lang sagt Fußballprofi Marc Bartra vor dem Dortmunder Schwurgericht zum Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus aus. Anschließend twittert er Korrekturen dazu.

Wenige Stunden nach seiner Aussage vor dem Dortmunder Schwurgericht hat sich BVB-Profi Marc Bartra von seinen vor Gericht protokollierten Äußerungen distanziert. Auf seinem Twitter-Account schrieb der Innenverteidiger, er habe nicht gesagt, dass er den Anschlag auf den Mannschaftsbus noch nicht überwunden und noch immer Alpträume habe.

Stattdessen habe er ausgesagt: "Ich fühle mich jetzt stärker. Der Anschlag konnte mich nicht fertig machen, also kann mich nicht fertig machen. Der Anschlag veränderte mein Leben, weil ich mit viel mehr Stärke und Kraft lebe."

Bartra hatte im Zeugenstand am Vormittag zunächst von seinem Anwalt eine Erklärung verlesen lassen. Der Wortlaut dieser Aussage wurde von verschiedenen Agenturen übereinstimmend so wiedergebeben: "Ich habe den Anschlag bis heute nicht verarbeitet und leide nach wie vor. Ich hatte Todesangst und Angst, meine Familie nie wiederzusehen." Er habe nach der Explosion nur noch "ein Piepen im Ohr gehört", während die  anderen Bus-Insassen schrien. "Ich habe befürchtet, dass es weitere  Angriffe gibt. Mein Arm blutete, mir war schwindlig." Erklärungen dieser Art sind zwischen Anwalt und Mandant normalerweise genau abgesprochen.

"Insgesamt gestärkt"

Anschließend antwortete der 27-Jährige, der bei dem Anschlag einen offenen Armbruch erlitt, auf Nachfragen. Dabei wurden die Fragen und Antworten von einer vereidigten Dolmetscherin übersetzt. Zum Ende der Befragung betonte Bartra dann auch, dass er aus der Bewältigung des Anschlags "insgesamt gestärkt hervorgegangen" sei. Nach einer halben Stunde verließ er den Saal schnellen Schrittes - er hatte es überstanden.

Gerichtssprecher Dr. Thomas Jungkamp wollte sich zur Aussage Bartras gegenüber n-tv.de nicht detailliert äußern, da diese Teil der noch laufenden Beweisaufnahme sei. "Herr Bartra hat in seiner Aussage sein Erleben des Anschlages wiedergegeben und die Folgen der erlittenen Verletzung geschildert", sagte Jungkamp lediglich.

Mitspieler Pierre-Emerick Aubameyang war ebenfalls geladen  worden, ließ sich aber kurzfristig wegen einer Erkrankung entschuldigen. Das Gericht hat allerdings an dieser Version Zweifel. "Das sollte sich die Justiz so nicht gefallen lassen", sagte Staatsanwalt Carsten Dombert. Gegen ihn wird die Verhängung eines Ordnungsgeldes geprüft. Aubameyang steht unmittelbar vor einem Transfer nach England zum FC Arsenal. Auch Bartra wird den BVB womöglich noch vor Ablauf der Wintertransferperiode am Mittwoch verlassen.

Quelle: ntv.de, sba