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Samstag, 21. Juli 2018

Smartphone statt Kinder: Bademeister beklagen nachlässige Eltern

Früher waren Kinder, Eltern und Großeltern gemeinsam im Freibad, planschten, spielten und hatten Spaß. Doch seit immer mehr Erziehungsberechtigte ihr Smartphone dabei haben, hat sich das Bild verändert.

Eltern schauen im Schwimmbad mehr aufs Smartphone als auf ihre Kinder - das beklagen Deutschlands Bademeister. "Vor allem hat eines nachgelassen: die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, Peter Harzheim, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Früher hätten Eltern und Großeltern öfter zusammen mit den Kindern im Becken Zeit verbracht, das sei inzwischen aber anders: "Immer mehr Eltern schauen auf ihr Smartphone und nicht mehr nach links oder rechts und schon gar nicht nach ihren Kindern", sagte Harzheim. "Es ist traurig, dass die Eltern sich heute so nachlässig benehmen."

Zuletzt war am Donnerstag ein fünfjähriger Junge in einem Bremer Freibad ertrunken. Ein Badegast entdeckte den leblosen Jungen im Nichtschwimmerbecken. Er zog ihn umgehend heraus und zwei Bademeister versuchten ihn wiederzubeleben. Der Fünfjährige wurde von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht, wo er jedoch wenig später verstarb.

2017 sind nach Angaben der DLRG in Deutschland insgesamt 404 Menschen ertrunken. Bei der Bekanntgabe der Zahlen verwies die Organisation darauf, dass Kinder mit Seepferdchen-Abzeichen keine sicheren Schwimmer seien. Das betreffe etwa 60 Prozent der Zehnjährigen. Hauptsächlich würden sich jedoch Männer oft selbst überschätzen.

Quelle: n-tv.de