Panorama

ICE-Strecke Köln-Frankfurt Bahn bemerkt fehlende Schienen-Schrauben

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Ein ICE in voller Fahrt - Schäden an Schienen können verheerende Folgen haben. (Archivbild)

(Foto: imago images/Noah Wedel)

Am Morgen bemerkt ein Lokführer auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt Veränderungen. Schnell steht fest: An den Schienen fehlen Schrauben. Ob sie absichtlich entfernt wurden, ist unklar, die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Fest steht: Für die Reisenden gibt es Einschränkungen.

An der ICE-Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt sind fehlende Schrauben an den Schienen entdeckt worden. Das erklärte die Polizei in Wiesbaden. Von einem Anschlagsversuch wollte ein Sprecher zunächst nicht sprechen. "Das ist eines der möglichen Szenarien, wir ermitteln in alle Richtungen." Die Ermittlungen führt das Landeskriminalamt (LKA) Hessen.

Die Schäden wurden nach Auskunft der Polizei festgestellt, als ein Zug über den Abschnitt bei Niedernhausen nördlich von Wiesbaden fuhr. Der ICE-Lokführer habe am frühen Morgen beim Fahren auf der Brücke Veränderungen bemerkt, hieß es. Auch ein Polizeihubschrauber war den Angaben zufolge im Einsatz, um Aufnahmen zu machen. Da nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Schrauben vorsätzlich gelöst worden seien, ermitteln nun mehrere Polizeibehörden. Es sei kein Zug entgleist, es sei auch niemand verletzt worden, hieß es.

Wegen der Schäden wurde die Strecke gesperrt. Züge fielen aus oder mussten umgeleitet werden, teilte die Deutsche Bahn mit. Das Unternehmen erklärte, es seien Techniker vor Ort. Die Arbeiten würden voraussichtlich bis in die Nachtstunden dauern.

Nach einem Bericht des "Spiegel" geht es um Schienenschrauben auf einer Strecke von 80 Metern. Mitarbeiter der Bahn hätten festgestellt, dass sich die Schienen auf der Brücke gelöst hatten und fünf Zentimeter mehr auseinander standen als normal. Die Ermittler nähmen den Vorgang ernst. Wenn noch weitere Züge die Brücke passiert hätten, wären sie nach einer ersten Einschätzung möglicherweise entgleist und von der Brücke gestürzt. In Sicherheitskreisen sei von einem "ernsten Vorfall" die Rede, weil es nach einer gut organisierten Tat aussehe.

Bei Twitter hatte die Bahn am Vormittag von Vandalismus berichtet. In Limburg Süd, Montabaur, Siegburg/Bonn und Köln/Bonn Flughafen werde derzeit nicht angehalten, erklärte der Konzern. Ersatzweise soll dies in Koblenz sowie Bonn Hauptbahnhof und Bonn-Beuel geschehen. Es müsse mit Verspätungen von voraussichtlich eineinhalb Stunden gerechnet werden. Betroffen sind neben den ICE-Zügen, die über Frankfurt und Köln fahren, auch diejenigen, die von Köln über Wiesbaden und Mannheim nach Stuttgart unterwegs sind.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP