Panorama

Sturmtief "Eberhard" wütet Bahn stellt Fernverkehr in NRW ein

87f68f6465dac6977e5abb3e808dff12.jpg

Tausende Reisende müssen wegen des Sturms ihre Pläne ändern.

(Foto: dpa)

Sturmtief "Eberhard" fegt mit Windstärken 11 und 12 über Nordrhein-Westfalen hinweg. Nun reagiert die Deutsche Bahn und stoppt dort den Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs. Auch in anderen Bundesländern sorgt der Sturm für Beeinträchtigungen.

Die Deutsche Bahn stoppt wegen Sturmtief "Eberhard" den Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs in Nordrhein-Westfalen. Die Züge würden nun am nächsten Bahnhof gestoppt, sagte ein Bahnsprecher.

Mehrere Strecken seien wegen Sturmschäden gesperrt worden, teilte der Konzern zudem auf seiner Homepage mit. "Dadurch gibt es derzeit keine Reisemöglichkeiten mit dem Fernverkehr von/nach NRW Richtung Hamburg, Hannover, Kassel-Wilhelmshöhe und Frankfurt (Main)." Die internationalen Züge von und nach Amsterdam, Belgien und in die Niederlande fielen komplett aus.

Der Deutsche Wetterdienst hatte wegen der Gefahr von orkanartigen Böen für weite Teile Nordrhein-Westfalens die zweithöchste Unwetter-Warnstufe ausgegeben. Sturmtief "Eberhard" fege mit Windstärke 11, teilweise mit Windstärke 12 über das Bundesland, teilte der Wetterdienst mit. Bei solchen Windgeschwindigkeiten können Bäume entwurzelt und Dachziegel durch die Luft geschleudert werden. Menschen sollen sich möglichst nicht im Freien aufhalten.

In NRW rückten Polizei und Feuerwehr am Wochenende zu Hunderten Einsätzen aus. Ein Baum stürzte auf die Bahnstrecke zwischen Aachen und Mönchengladbach und blockierte sie mehrere Stunden. An der A44 fielen Äste auf die Fahrbahn. Auf der A40 war bereits am Samstag bei Bochum ein Baum auf die Fahrbahn gefallen und hatte einen Stau verursacht. Die Zoos und Tierparks in Dortmund, Wuppertal und Hamm sollten am Sonntag geschlossen bleiben. In Bochum und Dinslaken begruben Bäume geparkte Autos unter sich, in Bonn kippte ein Baum gegen ein Haus, im Münsterland deckten Sturmböen ein Hausdach ab.

Beeinträchtigungen auch in Rheinland-Pfalz

Auch in anderen Regionen Deutschlands machte der Bahn das stürmische Wetter Probleme. So verkehrten zwischen Mainz und Koblenz sowie Hanau und Aschaffenburg nach Angaben der Bahn keine Züge mehr. Auf Regionalstrecken in Rheinland-Pfalz kam es wegen umgestürzter Bäume zu Einschränkungen. Außerdem beschädigte das Unwetter die Stadthalle in Bitburg. Auch in Niedersachsen und Hessen wurden Bahnstrecken und Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. In Frankfurt am Main stürzte ein Baum auf ein Haus, verletzt wurde niemand.

Dabei herrschten auf dem Feldberg im Schwarzwald Böen mit einer Geschwindigkeit von 163, auf der Zugspitze von 143 Stundenkilometer. Im niederländischen Ell an der Grenze zur NRW wurden Orkanböen der Stärke 12 gemessen, in München der Stärke 11. Allerdings hat der Sturm im Westen inzwischen seinen Höhepunkt überschritten, dafür wird es in den nächsten Stunden im Osten heftig. Den Mittelgebirgen Richtung Thüringer Wald und später im Erzgebirge drohen weiterhin verbreitet orkanartige Böen und einzelne Orkanböen, warnt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Der Bahnbetreiber Länderbahn teilte in Dresden mit, aus Sicherheitsgründen seien die Lokführer angewiesen, langsamer zu fahren. Je nach Gefährdungslage sei eine Einstellung des Verkehrs nicht ausgeschlossen, teilte die Länderbahn mit.

Das Zweitligaspiel in Fürth wurde abgesagt, weil der dortige Sportpark nach Angaben der Deutschen Fußball Liga nur eine Betriebserlaubnis bis zu Windstärke 8 besitzt. Da höhere Windgeschwindigkeiten erwartet wurden, wurde die Begegnung zum Schutz der Stadionbesucher und Spieler nicht ausgetragen.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

Mehr zum Thema