Panorama

Personalmangel in Krankenhäusern Bayern holt Pfleger aus dem Ruhestand

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Der Personalmangel in Krankenhäusern macht sich vor allem zu Corona-Zeiten bemerkbar.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Zuge der Corona-Krise stößt das deutsche Gesundheitswesen an seine Grenzen. In Krankenhäusern mangelt es an Personal und Ausrüstung. Um mit der Ausbreitung des Virus mithalten zu können, will Bayern nun medizinische Fachkräfte aus dem Ruhestand zurückholen.

Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. "Wir werden jede helfende Hand brauchen", sagte CSU-Wissenschaftsminister Bernd Sibler in München. Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können.

"Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen", sagte Sibler. "Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen." Ministerpräsident Markus Söder hatte bereits am Montag angekündigt, dass auch Ärzte in Elternzeit oder im Ruhestand wieder eingesetzt werden sollen. An Unikliniken sollen zudem Medizinstudierende als Personal mitarbeiten.

Auch den Mangel an Atemschutzmasken will der Freistaat mithilfe heimischer Produktion überwinden. Die Staatsregierung hat an mehrere Firmen Aufträge vergeben, ab sofort sollen etwa 10.000 Masken am Tag hergestellt und ausgeliefert werden. Vorrangig gehen diese zuerst an Krankenhäuser und Arztpraxen. "Die Kapazität soll so schnell wie möglich erhöht werden", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Hergestellt werden laut Ministerium sowohl Einweg- als auch mehrfach verwendbare Masken. Jede wiederverwendbare Maske kann demnach etwa 50 Mal benutzt werden. "Wir können mit der eigenen Produktion den Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals deutlich verbessern, das in diesen Tagen ein besonderes Risiko für eine Corona-Infektion trägt", sagte Aiwanger.

Quelle: ntv.de, lri/dpa