Panorama

Keine schnelle Impfung in Sicht Bayern meldet weiteren Coronavirus-Fall

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Die infizierte Familie ist gemeinsam in einem Krankenhaus untergebracht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Frau in Bayern steckt sich bei ihrem Mann mit dem Coronavirus an, es ist der elfte Fall im Freistaat. Ihre gesamte Familie ist im Krankenhaus. Auch über den deutschen Infizierten auf der spanischen Insel gibt es neue Erkenntnisse. Ein schneller Impfstoff ist jedoch weiter nicht in Sicht.

In Bayern gibt es einen elften Coronavirus-Fall. Auch bei der Ehefrau eines der infizierten Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto sei das Virus festgestellt worden, teilt das bayerische Gesundheitsministerium mit. In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass sich auch zwei Kinder des Paares aus Siegsdorf im Landkreis Traunstein angesteckt haben. Die Familie ist zusammen in einem Krankenhaus untergebracht. Frau und Kinder seien symptomfrei, der Zustand des Vaters sei stabil.

Bei zwei der 13 in Deutschland Infizierten wurde das Virus nachgewiesen, nachdem sie am Wochenende mit einem Flug der Bundeswehr aus China nach Deutschland geholt worden waren. Sieben Fälle stehen wie auch die betroffene Familie in Zusammenhang mit dem bayerischen Autozulieferer Webasto in Stockdorf bei München. Dort war eine chinesische Mitarbeiterin zu Gast gewesen, deren Infektion erst nach ihrer Rückkehr nach China nachgewiesen wurde.

Inzwischen wurde zudem bekannt, dass der deutsche Coronavirus-Patient auf der spanischen Insel La Gomera ebenfalls aus Bayern stammt. Er habe Kontakt mit einem Mitarbeiter der Firma Webasto gehabt, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Der 26-Jährige sei derzeit isoliert, hieß es.

Impfung: "Mindestens zwölf bis 18 Monate"

Die Pharmaindustrie dämpft indes Hoffnungen auf die schnelle Entwicklung eines Impfstoffs oder einer wirksamen Therapie gegen das neue Coronavirus. Bis dahin sei es vielmehr noch ein langer Weg. "Wir sprechen von mindestens zwölf bis 18 Monaten", sagt Thomas Breuer, Chief Medical Officer der Impfstoffsparte des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline. In der akuten Lage, in der man sich zumindest in China befinde, dürfte das also keine Hilfe versprechen.

Berichte über einen angeblichen Durchbruch bei der Behandlung des Coronavirus in China hatten am Mittwoch die Runde gemacht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte allerdings betont, noch sei keine wirksame Therapie gegen das Virus bekannt. Mindestens ein Dutzend Arzneimittelhersteller arbeiten an Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten gegen die Krankheit, an der bislang fast 500 Menschen starben.

Die Kosten für die Entwicklung eines Impfstoffs können bis zu 800 Millionen Dollar betragen. Dabei dürfte die Zulassung eines Impfstoffs länger dauern als die einer Therapie für Patienten, bei denen die Krankheit bereits ausgebrochen ist, sagt Merdad Parsey, Chief Medical Officer bei Gilead Sciences. Denn die klinischen Studien für diese könnten kleiner ausfallen und kürzer laufen als für einen Impfstoff.

Quelle: ntv.de, mra/dpa/rts

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