Panorama

Nach wiederholter Morddrohung Beck erstattet Anzeige gegen Hildmann

Vergangene Woche wünscht sich Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann für den Grünen-Politiker Volker Beck die Todesstrafe zurück. Bei einer Kundgebung am Wochenende wiederholt er seine Drohung. Nun hat Beck den einstigen Vegan-Guru erneut angezeigt.

In seinem Kanal beim Messengerdienst Telegram schrieb Attila Hildmann für seine 66.000 Follower vor einer Woche, er würde als zukünftiger Reichskanzler wieder "die Todesstrafe durch Eier-Treten auf öffentlichem Platz einführen". Seine Drohung richtete sich gegen den Grünen-Politiker Volker Beck. Zuvor hatte er Einträge zur Pädophilen-Debatte innerhalb der Gründungsjahre der Partei geteilt. Jetzt wiederholte Hildmann seine Aussage noch einmal im Rahmen einer Kundgebung in Berlin.

Wie die "taz" berichtet, hat Beck deshalb Anzeige wegen Beleidigung, Volksverhetzung und Anstiftung zu einer Straftat gegen Hildmann erstattet. Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte dem Evangelischen Pressedienst, nach der Rede seien mehrere Anzeigen gegen den Vegan-Koch aufgenommen worden. Die Fälle würden jetzt geprüft.

Anhänger feiern Hildmanns Aussage

Zu der Kundgebung vor dem Alten Museum erschienen etwa 150 Anhänger Hildmanns. Dort sagte er: "Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertritt auf einem öffentlichen Platz."

Mehrere Videos bei Twitter zeugen davon, wie das Publikum Hildmann lautstark zustimmt. Auch ist zu sehen, wie der 43-Jährige eine Reichskriegsflagge mit der Aufschrift "Treue um Treue" und "Deutschland" hochhielt, die zuvor an seinem Wagen befestigt war.

Beck sowie weitere Politiker haben Polizei und Staatsanwaltschaft aufgefordert, endlich gegen Hildmann vorzugehen. Becks Partei-Kollegin Renate Künast schrieb auf Twitter: "Jetzt muss sich die Polizei mal klar äußern: Attila Hildmann ruft zu Gewalt zum Beispiel gegen Volker Beck auf! Da schweigt ihr!?" Auch der CDU-Politiker Ruprecht Polenz setzte einen entsprechenden Tweet ab: "Sollte jetzt nicht gegen die Bedrohung von PolitikerInnen vorgegangen werden? Also, liebe Staatsanwälte in Berlin. Worauf wartet ihr noch?"

Wie die Polizei Brandenburg bestätigte, gingen schon mehrere Strafanzeigen gegen Hildmann ein, nachdem er in seinem Telegram-Kanal Kopfgelder auf Personen ausgesetzt hatte. Eine Strafbarkeit sei bisher durch die Staatsanwaltschaft verneint worden, hieß es. Die Ermittlungen und Auswertung der Hinweise liefen weiter.

Quelle: ntv.de, nan