Panorama

Politiker erstattet Anzeige Hildmann droht Volker Beck mit Todesstrafe

collage_hildmann_beck.jpg

In seinem Telegram-Kanal droht Atilla Hildmann dem Grünen-Politiker Volker Beck.

(Foto: dpa)

Jüngst droht der rechte Verschwörungstheoretiker Atilla Hildmann bei einer Demonstration jüdischen Journalisten. Nun möchte er für den Grünen-Politiker Volker Beck die Todesstrafe wieder einführen. Die Polizei nimmt erneut Ermittlungen gegen den Vegan-Guru auf.

Der einst gefeierte Vegan-Vorreiter Atilla Hildmann macht seit Beginn der Pandemie vor allem durch krude Verschwörungstheorien auf sich aufmerksam. Immer wieder ruft der 39-Jährige seither seiner Anhänger zum samstäglichen Autokorso durch Berlin auf, um so gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Im Zuge einer solchen Demonstration drohte er Ende Juni jüdischen Journalisten vor laufenden Handykameras. Nun hat er den Berliner Grünen-Politiker Volker Beck ins Visier genommen.

In seinem Kanal beim Messengerdienst Telegram schrieb Hildmann am Sonntag: "Für Beck würde ich als zukünftiger Reichskanzler wieder die Todesstrafe durch Eier-Treten auf öffentlichem Platz einführen." Zuvor hatte er Einträge zur Pädophilen-Debatte innerhalb der Gründungsjahre der Grünen geteilt.

Ein Screenshot der öffentlich einsehbaren Nachricht wurde anschließend von mehreren Politikern in den sozialen Netzwerken geteilt. Der Berliner Staatssekretär Alexander Fischer von der Linken schrieb dazu: "Das hier ist eine Todesdrohung gegen Volker Beck, die der Nazi Atilla Hildmann gestern Abend an 66.000 Menschen auf seinem Telegram-Kanal geschickt hat. Und wir sollten das ernst nehmen."

Echte Drohung von Hildmann oder Fake?

Volker Beck, der von 1994 bis 2017 im Deutschen Bundestag saß, reagierte zunächst geschockt auf die Mitteilung. "Ist diese Morddrohung/-phantasie von diesem durchgeknallten Veggie-Koch oder ist das Fake?", fragte Beck via Twitter. Am Montagnachmittag erklärte er dann aber ebenfalls bei dem Kurznachrichtendienst auf die Frage, ob er Hildmann bereits angezeigt habe: "Done."

Der brandenburgische Staatsschutz prüft bereits seit Mai antisemitische Aussagen Hildmanns, mit denen er immer wieder in den sozialen Netzwerken aufgefallen war. Unter anderem schrieb er ebenfalls bei Telegram, "Zionisten" seien ein "Judenstamm", der versuche, "die deutsche Rasse auszulöschen". Im Vergleich zu Angela Merkel sei Hitler "ein Segen" gewesen.

Bei seinen Reden auf den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen griff er auch CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn und Microsoft-Gründer Bill Gates an und warnte vor einer "Impflobby". Wirtschaftlich hatten die Äußerungen bereits Konsequenzen für Hildmann. Zahlreiche Supermärkte haben seine Produkte aus dem Sortiment genommen. Und auch sein Verlag, bei dem mehrere Kochbücher von ihm erschienen, distanzierte sich inzwischen von ihm.

Quelle: ntv.de, nan