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Der 45-Jährige stürzte durch die Schneedecke in eine Felsspalte am österreichischen Dachstein.
Der 45-Jährige stürzte durch die Schneedecke in eine Felsspalte am österreichischen Dachstein.(Foto: picture alliance/dpa)
Donnerstag, 09. November 2017

Notrufe bleiben lange ungehört: Bergsteiger überlebt fünf Tage in Felsspalte

Es ist ein filmreifes Drama, das sich am Dachstein in Österreich abspielt: Ein Bergsteiger liegt verletzt in einer Felsspalte und versucht fünf Tage lang, Notrufe abzusetzen. Schließlich machen sich 25 Retter unter Lebensgefahr auf den Weg.

Ein Bergsteiger aus Duisburg ist nach einem Sturz in eine Felsspalte am Dachstein in Österreich nach fünf Tagen verletzt geborgen worden. Die Bergretter entdeckten  den 45-Jährigen nach Angaben der Polizei in der 30 Meter tiefen Kluft. Zuvor war es dem bereits von seinem Vater als vermisst gemeldeten Mann gelungen, einen Notruf aus seinem kalten Gefängnis in 2050 Metern Höhe abzusetzen.

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Der 45-Jährige hatte für den 4. November eine Tour angekündigt und sich seitdem nicht mehr gemeldet. Er war bei noch schönem Wetter aufgebrochen und dann durch die Schneedecke in die Felsspalte gestürzt. Nach ersten Erkenntnissen erlitt er bei dem Sturz in die Spalte Verletzungen an der Schulter und am Sprunggelenk.

Die Umstände der Rettung erst fünf Tage nach dem Unglück waren dramatisch: Es ist anzunehmen, dass der 45-Jährige vier Tage lang vergeblich versuchte, einen Kontakt per Notruf herzustellen. Erst am Mittwochabend war ihm das gelungen. "Ein erster Notruf mit nur Null Sekunden ging um 21 Uhr ein", schilderte Alpinpolizist Bernhard Magritzer. Um 23 Uhr hätten die Leitstelle weitere Notrufe mit jeweils ein bis zwei Sekunden erreicht. "Der Kollege hat jemanden schwer atmen gehört und richtig reagiert."

Ersatzakku wird zum Lebensretter

Die Behörden wussten auch dank der vorangegangenen Ermittlungsarbeit der deutschen Kollegen, dass der 45-Jährige im Dachsteingebiet unterwegs sein müsse. Sein tief verschneites Auto war dort auf einem Parkplatz von österreichischen Beamten entdeckt worden.  Die Behörden bereiteten sofort eine Rettungsaktion vor, konnten jedoch wegen Dunkelheit und immenser Lawinengefahr - in dem Gebiet waren bis zu eineinhalb Meter Neuschnee gefallen - nicht sofort starten.

Als erneut Notrufe die Polizei erreichten, setzte der Beamte den Kontakt per SMS fort - und dem Verunglückten gelang es, seine GPS-Daten zu übermitteln. "Wir hätten ihn sonst nicht gefunden", meinte Magritzer. 25 Retter waren unter Lebensgefahr in der Nacht im Einsatz.

Offenbar hätten glückliche Umstände dazu geführt, dass am Mittwochabend plötzlich ein Handyempfang möglich war. Da der 45-Jährige auch Fotograf sei, habe er möglicherweise dank Ersatzakkus sein Mobiltelefon noch betreiben können. Der Mann wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Er sei unterkühlt, sagte ein Polizist. "Angesichts der Umstände ist er in einem augenscheinlich guten Zustand."

Quelle: n-tv.de

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