Panorama

Polizei gründet Gruppe "Bohrer"Bericht: Sparkassen-Beute übersteigt 100 Millionen Euro

02.01.2026, 20:50 Uhr
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Mit viel Aufwand erbeuteten die Einbrecher viel Raubgut. (Foto: picture alliance/dpa/Polizei Gelsenkirchen)

Es ist einer der spektakulärsten Einbrüche der jüngeren Geschichte: Unbekannte räumen fast alle Schließfächer im Tresorraum einer Sparkasse in Gelsenkirchen aus. Die Beute soll, wie es in einem Bericht heißt, weit jenseits erster Schätzungen liegen.

Der Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen erfolgte überraschend wie spektakulär: Unbekannte Täter brachen über 95 Prozent der 3250 Kunden-Schließfächer im Tresorraum auf. Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben. Klar war, dass sie aber auch deutlich darüber liegen könnte.

Die "Bild" berichtet nun ohne Nennung ihrer Quellen, dass der Wert der Beute die Summe von 100 Millionen Euro übersteigen soll. Damit wäre die Beute mehr als dreimal so hoch wie die Standard-Versicherungssumme von 10.300 Euro pro Fach multipliziert mit der Summe der betroffenen Schließfächer. Das hieße, dass viele Kundinnen und Kunden Werte eingelagert hatten, welche weit jenseits der Versicherungssumme lagen.

Laut der "Welt" finden auch die Ermittler die Schadensumme erstaunlich hoch. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf den internen Einsatzbericht, dass die Polizei dem Verdacht nachgeht, dass das in den Schließfächern verwahrte Geld teils ebenfalls organisierten Kriminellen gehört haben könnte. Die Täter könnten demnach darüber informiert gewesen sein, dass das Geld in den Schließfächern gelagert wurde.

Sondereinheit "Bohrer"

Um die Spurensuche zu beschleunigen, hat die Polizei eine "Besondere Aufbauorganisation" (BAO) für Großlagen gegründet. "Wir haben bei den Ermittlungen einen Gang höher geschaltet", ein Sprecher der Polizei Gelsenkirchen sagte dem "Spiegel". Die BAO trage den Namen "Bohrer". Es gehe auch darum, der "Flut der Infos und Hinweise" gerecht zu werden und darum, Kräfte von anderen Polizeibehörden hinzuziehen zu können.

Am Montag war bekannt geworden, dass Unbekannte über die Weihnachtstage oder kurz danach mit einem Kernbohrer ein Loch in die Wand des Tresorraums der Sparkasse im Stadtteil Buer gebohrt und fast alle der über 3000 Schließfächer ausgeräumt hatten. Den Einbruch hatten Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen infolge eines Alarms der Brandmeldeanlage bemerkt. Die Täter sind auf der Flucht.

Bisher kommt die Polizei bei ihren Ermittlungen nur schleppend voran. "Wir haben noch keine heiße Spur", sagte der Polizeisprecher dem "Spiegel". Ersten Erkenntnissen zufolge zog sich die Tat möglicherweise über Tage hin.

Quelle: ntv.de, mpe

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