Panorama

Sechs Opfer noch in Lebensgefahr 29-Jähriger rast in Berlin in Menschenmenge - eine Tote

In Berlin fährt ein Auto in eine Menschenmenge. Es gibt laut Feuerwehr eine Tote und mehrere Verletzte. Der Fahrer des Wagens wurde festgenommen - es handelt sich laut Polizei um einen 29-Jährigen. Ob es sich um einen Unfall oder Absicht handelt, ist laut Polizei noch unklar.

In der westlichen Berliner Innenstadt ist ein Auto auf einen Bürgersteig und dort in eine Menschengruppe sowie in ein Geschäft gefahren. Der Vorfall ereignete sich um etwa 10.30 Uhr auf der Tauentzienstraße auf Höhe der Rankestraße, nahe der Gedächtniskirche und dem Kurfürstendamm. Ein Mensch wurde laut Polizei und Feuerwehr getötet. Dabei soll es sich um eine Lehrerin handeln, die mit ihrer Schülergruppe in der Tauentzienstraße unterwegs war. Laut einem Sprecher der Feuerwehr gibt es insgesamt acht Schwerverletzte, sechs Menschen wurden lebensgefährlich verletzt.

Bei dem Fahrer des Wagens handelt es sich um einen 29-jährigen Deutsch-Armenier, der in Berlin lebt, teilte die Polizei auf Twitter mit. Er wurde laut Polizeisprecher Thilo Cablitz zunächst von Passanten festgehalten und dann an die Polizei übergeben. Daraufhin sei er festgenommen und anschließend verhört worden. Ob es sich um einen Unfall, womöglich infolge eines medizinischen Notfalls, oder Vorsatz handele, werde derzeit noch untersucht.

Der Fahrer sei zunächst in eine Menschengruppe und danach wieder auf die Straße gefahren, so Cablitz - schließlich sei das Auto mit Berliner Kennzeichen etwa 200 Meter weiter in einem Schaufenster zum Stehen gekommen. Auf einem Foto ist ein Auto zu sehen, das im Schaufenster eines Geschäfts steht. Eine Sprecherin der Parfümerie-Kette Douglas bestätigte den Unfall. Es habe im Geschäft keine Verletzten gegeben.

Hubschrauber im Einsatz

Laut Kevin Bartke, Sprecher der Feuerwehr, seien etwa 75 ihrer Helfer im Einsatz, wie er ntv sagte. Auf Twitter teilte die Berliner Polizei mit, dass etwa 130 Polizeikräfte im Einsatz seien. Auch mit einem Hubschrauber versuchten sich die Ermittler ein Gesamtbild von der Lage vor Ort machen. Ein Rettungshubschrauber war ebenfalls zu sehen.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey gab auf Twitter ihre Betroffenheit bekannt: "Ich bin tief betroffen von diesem Vorfall. Wir wissen, dass es eine Tote gibt und mehrere Schwerverletzte. Die Polizei arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung. Ich werde mir im Laufe des Tages ein Bild von der Lage vor Ort machen." Innensenatorin Iris Spranger zeigte sich ebenfalls schockiert: "Ich bin in der Lagezentrale und informiere mich laufend. Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei allen Betroffenen!", twitterte Spranger. "Ich bin schockiert über den Vorfall in Charlottenburg."

An der Gedächtniskirche war im Dezember 2016 ein islamistischer Attentäter in einen Weihnachtsmarkt gefahren. Damals starben zwölf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt.

Schauspieler schildert Ereignisse

Auch der US-schottische Schauspieler John Barrowman war nach eigenen Angaben in der Nähe, als sich der Unfall ereignete. Auf Twitter veröffentlichte Barrowman ein Video, in dem er den mutmaßlichen Ablauf des Vorfalls beschrieb. Demnach fuhr das Auto zunächst auf der Straße, geriet dann auf den Bürgersteig, fuhr dann wieder auf die Straße, wo es einen Menschen erfasste. Ein Stück weiter die Straße runter sei das Auto dann wieder auf den Gehweg geraten, so Barrowman, fuhr durch eine Menschengruppe hindurch und schließlich in das Schaufenster.

Die Berliner Polizei rief unterdessen dazu auf, keine Bilder von dem Vorfall zu posten. "Wir bitten Zeuginnen & Zeugen, Hinweise und Mediendateien zum Geschehen #Tauentzienstraße an unser Hinweisportal zu übersenden", twitterte die Polizei. "Bitte verbreiten Sie keine Aufnahmen vom Ereignisort im Netz. #b0806 #Charlottenburg."

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP

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