Panorama

Jubel und Bammel im Tierpark Berlin hat ein neues Eisbären-Baby

Es ist erst so klein wie ein Meerschweinchen und hat trotzdem schon großes Starpotenzial: Völlig überraschend bringt die Berliner Eisbärin Tonja ein Jungtier zur Welt. Der Tierpark freut sich riesig über den unerwarteten Nachwuchs - und bangt.

Die Berliner Eisbärin Tonja ist ein Jahr nach der Geburt ihres nach wenigen Wochen verstorbenen Jungen Fritz wieder Mutter geworden. Wie der Tierpark mitteilte, brachte Tonja in der Nacht zum Samstag "ein meerschweinchengroßes Jungtier auf die Welt". Dank neuer Kameratechnik habe Eisbären-Kurator Florian Sicks von zu Hause aus die Wurfhöhle überwachen und als Erster den Nachwuchs entdecken können. Das Jungtier liegt stets dicht am wärmenden Fell der Eisbären-Mutter.

"Als gegen 21 Uhr am 1. Dezember laute Schmatzgeräusche erstmals für eine längere Zeit zu hören waren, löste sich meine erste Anspannung etwas. Mittlerweile trinkt das Eisbären-Jungtier regelmäßig und nähert sich einem Rhythmus von etwa zwei bis drei Stunden", berichtete Sicks.

Im Frühjahr habe sich Tonja mit ihrem Partner Wolodja gepaart und seitdem um mehr als 100 Kilogramm zugelegt - nun wiege sie stattliche 390 Kilogramm. Dieses Fettpolster sei wichtig, damit sich eine Eizelle einnisten könne und die Eisbärin für die Wochen in der Wurfhöhle gerüstet sei, erläuterte Sicks. "Es gibt aber keinen Schwangerschaftstest für Eisbären", ergänzte er. Eine Geburt blieb für den Tierpark deshalb wie in den vergangenen Jahren eine Überraschung.

Daumendrücken für Jungtier

In die Freude mischt sich aber auch Besorgnis. "Uns haben die Erfahrungen der letzten beiden Jahre nochmal klar gemacht, wie schnell solch ein Glück vorbei sein kann. In den ersten zehn Tagen ist die Sterblichkeit besonders hoch, dennoch sind wir sehr zuversichtlich und drücken alle die Daumen", erklärte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. "Tonja hat sich bisher immer vorbildlich um ihre Jungtiere gekümmert, und sie tut es auch jetzt wieder."

Zweimal hatte Tonja schon Pech. Ihr niedliches erstes Junges, Fritz, starb 2017 mit vier Monaten unerwartet an einer Leberentzündung, deren Ursache bis heute ungeklärt ist. Ein weibliches Jungtier aus einem neuen Wurf verendete Anfang 2018 infolge einer Lungenentzündung und wurde kaum einen Monat alt. Seit dem Tod des beliebten Eisbärenjungen Knut im Frühjahr 2011 hoffen Tierfreunde schon auf Eisbärennachwuchs in Berlin.

Die junge Eisbärenfamilie wird per Videokamera überwacht. Bis Neugierige das noch namenlose Baby besuchen können, müssen sie sich allerdings noch etwas gedulden. Der Tierpark weist darauf hin, dass Eisbärenmütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle verlassen. Immerhin: Auf Bildern einer Überwachungskamera ist das kleine Baby schon mal zu sehen.

Quelle: ntv.de, cri/AFP/dpa