Panorama

Zu viele Covid-19-Patienten Berliner Großklinik vor Aufnahmestopp

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85 Prozent der Betten belegt: Vivantes Klinikum in Berlin-Neukölln.

(Foto: imago images / Schöning)

Einige Berliner Bezirke gehören zu Deutschlands Corona-Hotspots. Das beschert der Hauptstadt über Weihnachten härtere Kontaktregeln als woanders. Nun kommt eine Großklinik im Bezirk Neukölln bereits an ihre Auslastungsgrenze. Zu viele Corona-Patienten sind dabei nur eines der Probleme.

Eines der größten Krankenhäuser Deutschlands steht einem Medienbericht zufolge wegen vieler Corona-Patienten vor einem Aufnahmestopp. Das Vivantes-Krankenhaus in Berlin-Neukölln, dessen Notaufnahme zu den am meisten angefahrenen der Hauptstadtregion zählt, soll bei den Rettungsdiensten abgemeldet werden - Feuerwehr und Krankentransporter müssten dann andere Kliniken anfahren, berichtete der "Tagesspiegel" und beruft sich dabei auf Klinikkreise. Demnach sind etwa 85 Prozent der 1200 Betten belegt. Wegen Dutzenden vom Corona-Patienten lasse sich das Krankenhaus aber kaum "voller" machen, zitierte die Zeitung aus der Ärzteschaft.

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Eine Sprecherin des landeseigenen Vivantes-Konzerns bestätigte der Zeitung, dass ein Stopp der Patientenaufnahme tatsächlich erwogen werde. Für die Hauptstadt bedeute das allerdings noch nicht den Gesundheitsnotstand. Insgesamt stünden in Berlin noch Intensivbetten zur Verfügung, hieß es.

Allerdings wurden auch in zwei anderen Vivantes-Kliniken, dem Humboldt-Krankenhaus in Reinickendorf und dem Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg, die Intensivstationen bei den Rettungsdiensten abgemeldet, berichtete die Zeitung weiter. Schwer erkrankte Patienten können demnach dort derzeit nicht aufgenommen werden, da die Intensivstationen fast komplett ausgelastet seien. Dies hinge ebenfalls mit den vielen Covid-19-Fällen zusammen - derzeit sind es laut Bericht 340 in allen Vivantes-Häusern.

Problem fehlende Pflegekräfte

Der Berliner Senat hatte die Krankenhäuser in drei "Levels" eingeteilt. Danach behandelt die Charité die allerschwersten Fälle. Zum mittleren Level gehören 16 Kliniken, darunter die drei ausgelasteten Vivantes-Kliniken. Hier werden Covid-19-Patienten oft auch künstlich beatmet. Die Intensivstationen der Level-3-Kliniken versorgen Patienten, die nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.

"Das Problem sind nicht die belegten Betten, sondern fehlende Pflegekräfte", sagte der Friedrichshainer Vivantes-Arzt Thomas Werner laut dem Bericht. Er ist auch Betriebsrat und Klinikexperte der Ärztekammer Berlin. "Auf den meisten Stationen fehlen rund 15 Prozent der Pflegekräfte - weil sie selbst erkrankt oder in Quarantäne sind."

Quelle: ntv.de, mau