Panorama

Eigentümer will Bewohner kennen Berliner Polizei durchsucht besetzte "Rigaer 94"

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Erst geklingelt - dann gesägt: Die Berliner Polizei rückte am Morgen in der Rigaer Straße 94 ein.

(Foto: dpa)

Die Rigaer Straße 94 in Berlin ist inzwischen bundesweit bekannt. Am Morgen rückt die Polizei an, um im Auftrag des Hauseigentümers die Bewohner zu ermitteln. dabei stoßen die Beamten nach eigenen Angaben auf eine bislang unbekannte Wohnung. Die Aktion im Stadtteil Friedrichshain verläuft friedlich.

Die Polizei hat in dem teilbesetzten Haus "Rigaer 94" in Berlin-Friedrichshain Wohnungen durchsucht. Mit rund 320 Einsatzkräften war die Polizei zu dem umkämpften Gebäudekomplex angerückt, aus dem es in der Vergangenheit immer wieder Angriffe auf Polizisten gab. "Wir vollstrecken einen richterlich erlassenen Durchsuchungsbeschluss hier im Haus", hatte die Polizei am Morgen mitgeteilt. Er sei auf Betreiben des Eigentümers erlassen worden. Gewaltvolle Zwischenfälle blieben aus.

Die Beamten stellten die Personalien von 26 Menschen in 24 Wohnungen fest. Im Dachgeschoss des Hinterhauses wurde ein bislang unbekannter Raum entdeckt, der "dem Augenschein nach eine Wohnung ist", wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Polizei öffnete eigenen Angaben zufolge die Zugangstür zum Haus sowie zwei Wohnungstüren gewaltsam. Einsatzkräfte hätten erst dann dazu gegriffen, nachdem vorheriges Klingeln und Warnen erfolglos geblieben sei, betonte eine Polizeisprecherin. Weiter berichtete sie von Zufallsfunden in den Wohnungen: zwei Reizstoffsprühgeräte und eine Langwaffe. Hier werde noch geprüft, ob es ein Luftdruckgewehr oder eine scharfe Schusswaffe sei.

Eigentümer will wissen, wer im Haus wohnt

Bewohnerinnen und Bewohner hätten keinen Widerstand geleistet. Eine Person sei zur Identitätsfeststellung auf eine Polizeiwache gebracht, danach aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. 

Der Hauseigentümer hatte im Juni nach einer Brandschutzprüfung in dem Haus mitgeteilt, bei der Polizei zu beantragen, Identitäten der Bewohner festzustellen. Man müsse klären, ob die Bewohner mit den Namen der Mieter übereinstimmen, sagte damals ein Anwalt des Eigentümers. Abhängig von den Ergebnissen könnte der Besitzer dann weitere Räumungsklagen einreichen.

Zuletzt gab es eine Räumungsklage gegen die illegale Linksautonomen-Kneipe "Kadterschmiede" im Gebäudekomplex sowie Räumungsklagen gegen einige Mieter. Der Anwalt sagte im Sommer, inzwischen sei allen Mietern gekündigt worden, vor allem wegen nicht gezahlter Mieten. Man gehe davon aus, dass nur wenige der 30 Wohnungen im Gebäudekomplex tatsächlich von Mietern bewohnt würden.

Am 16. Juni, kurz vor der angekündigten Brandschutzprüfung in dem Haus, hatten nach Angaben der Polizei 200 vermummte Gewalttäter in der Rigaer Straße Barrikaden errichtet, angezündet und die Polizei mit einem Steinhagel angegriffen. Mehr als 60 Polizisten wurden überwiegend leicht verletzt. Offizieller Eigentümer des Gebäudekomplexes ist eine Firma. Wer dahinter steht, ist nicht bekannt.

Quelle: ntv.de, als/jwu/dpa

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