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Epstein wollte ihn erpressenBill Gates gesteht Affären mit zwei Russinnen

25.02.2026, 12:59 Uhr
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Gates bezeichnete seine langjährige Verbindung zu Epstein als einen "riesigen Fehler". (Foto: REUTERS/TT News Agency/Stefan Jerrevang)

In den Epstein-Akten befinden sich Fotos, die Microsoft-Gründer Bill Gates mit dem Sexualstraftäter zeigen. In seiner Stiftung äußert sich Gates jetzt zu Vorwürfen, dabei legt er auch zwei heikle Beziehungen offen. Für seine Ex-Frau findet der Milliardär lobende Worte.

Mitten in der Ausweitung des Epstein-Skandals hat sich Bill Gates zu Affären geäußert, die er während seiner Ehe mit Melinda Gates geführt hatte. Auf einer internen Veranstaltung mit Mitarbeitern der "Gates Foundation" entschuldigte er sich sowohl dafür als auch für seine langjährige Beziehung zu dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ). Gates stellte jedoch klar: "Ich habe nichts Illegales getan".

Auf der Betriebsversammlung am gestrigen Dienstag sprach Gates von zwei Affären, "eine mit einer russischen Bridge-Spielerin, die ich bei Bridge-Veranstaltungen kennengelernt hatte, und eine mit einer russischen Kernphysikerin, die ich durch geschäftliche Aktivitäten kennenlernte". Das "Wall Street Journal" berichtete bereits zuvor, dass Gates die Bridge-Spielerin um 2010 herum getroffen habe. Zu diesem Zeitpunkt sei sie etwa 20 Jahre alt gewesen. Epstein wusste offenbar von der Affäre und wollte Gates erpressen. Gates war damals Mitte 50.

Der später verurteilte Sexualverbrecher lernte die junge Russin 2013 kennen und finanzierte ihr eine Programmiererausbildung. Vier Jahre später forderte Epstein von Gates die Erstattung der Ausbildungskosten. "Bill riskiert, vom reichsten Mann zum größten Heuchler zu werden, Melinda zur Lachnummer, und die Spendenzusagen werden infolgedessen verschwinden", schrieb Epstein per E-Mail an Gates' Wissenschaftsberater Boris Nikolic, berichtete das WSJ.

Bill Gates sagte nun auf dem sogenannten Town-Hall-Meeting in seiner Stiftung, dass er den Kontakt zu Epstein schon 2014 eingestellt habe. Bis dahin gab es zwar gemeinsame Reisen innerhalb der USA und nach Europa - aber "ich habe nie bei ihm übernachtet", ließ Gates wissen. Epstein habe auch nach dem Kontaktabbruch durch den Multimilliardär weitere E-Mails an den Microsoft-Gründer gesendet. Gates sei jedoch nicht darauf eingegangen. Er beteuerte weiter: "Um es klar zu sagen: Ich habe nie Zeit mit Opfern verbracht, den Frauen in seinem (Epsteins, Anm. d. Red.) Umfeld."

"Jetzt ist es hundertmal schlimmer"

Im Nachhinein bezeichnete Gates seine langjährige Verbindung zu Epstein als einen "riesigen Fehler". "Ich entschuldige mich bei allen Menschen, die aufgrund meines Fehlers in diese Angelegenheit hineingezogen wurden", sagte Gates weiter zu seiner Belegschaft. Teile der Stiftungsmitarbeiter trafen wohl auf den wohlhabenden Sexualstraftäter.

Der Stiftungs-Gründer und Microsoft-Boss erklärte offen weiter, dass er Epstein 2011 kennengelernt hatte, also nachdem dieser sich 2008 schuldig bekannt hatte, eine Minderjährige zur Prostitution angeworben zu haben. Gates habe von einer "18-monatigen Sache" gewusst, die Epsteins Reisefreiheit eingeschränkt habe. Den Hintergrund hatte er jedoch nicht ordnungsgemäß überprüft. "Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, ist es hundertmal schlimmer, nicht nur in Bezug auf seine Verbrechen in der Vergangenheit, sondern jetzt ist auch klar, dass es fortgesetztes schlechtes Verhalten gab", bedauerte Gates sein Festhalten an der Epstein-Verbindung.

Lobende Worte fand er auf der betriebsöffentlichen Veranstaltung für seine Ex-Frau Melinda. "Man muss ihr zugutehalten, dass sie immer etwas skeptisch gegenüber der Sache mit Epstein war", sagte Gates.

Quelle: ntv.de, mpa

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