Prüfbericht belastet PriesterBistum Eichstätt verzockt Millionen

Ein millionenschwerer Finanzskandal macht dem Bistum Eichstätt zu schaffen. Seit einen Jahr sind die dubiosen Immobiliendeals in den USA bekannt. Jetzt stellt die Diözese den Prüfbericht vor. Das Fazit: Hochrangige Geistliche deckten das unzulässige Finanzsystem.
Im Skandal um riskante Immobiliengeschäfte in den USA haben Prüfer massive Mängel in der Finanzverwaltung der Diözese Eichstätt entdeckt. Der Münchner Rechtsanwalt Ulrich Wastl sprach bei der Vorstellung seines Berichts von einem von Klerikern gestützten "System Eichstätt". Bei der Verwaltung des Geldes sei auch gegen das Kirchenrecht verstoßen worden. Es geht um 60 Millionen Dollar.
Der vorgeschriebene Rat zur Verwaltung des Diözesanvermögens sei erst mit mehr als 20-jähriger Verspätung gegründet worden. Zudem sei seine Besetzung kirchenrechtswidrig gewesen, weil beispielsweise nicht die wirtschaftliche Kompetenz der Mitglieder beachtet worden sei. "Eine Vielzahl systemischer Defizite hat den Finanzskandal erst ermöglicht", heißt es in dem Prüfbericht.
Das Bistum stellte Strafanzeige gegen einen ehemaligen Mitarbeiter und dessen Geschäftspartner. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München II gegen die zwei Beschuldigten dauern nach Angaben der Behörde an. Es handelt sich um den früheren stellvertretenden Finanzdirektor der Diözese und einen Projektentwickler. Wastl nannte hochrangige Geistliche als Verantwortliche für das unzulässige Finanzsystem. Langjährige Priester aus dem Domkapitel aus der Zeit von 2004 bis 2015 spielten hier eine Rolle.
"Wir gehen davon aus, dass dieses System bewusst gewählt wurde, um klerikale Machtstrukturen zu erhalten", sagte Wastl. Der Rechtsanwalt sieht auch eine gewisse Verantwortung bei dem heutigen Bischof Gregor Maria Hanke, der früher auf eine Reform des Finanzsystems hätte drängen müssen. Hanke selbst stimmte dem zu: "Da hätte ich vielleicht konsequenter sein müssen." Das Bistum hat bisher nur etwa ein Zehntel, also rund 6 Millionen US-Dollar der in den USA investierten Summe zurückerhalten.