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Bakterien gefährden Badespaß Blaualgenteppiche wabern auf Ostseeküste zu

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Am Bodden bei Wampen an der Ostseeküste ist das Baden bereits verboten, weil sich dort Blaualgen gebildet haben.

(Foto: dpa)

Bei anhaltender Hitze vermehren sich Blaualgen - eigentlich Bakterien - rasant. Einige Badeseen sind deshalb schon gesperrt, um Menschen vor Vergiftungen oder Hautreizungen zu schützen. Bald könnte es auch mit dem Badespaß an der Ostsee vorbei sein: Satellitenaufnahmen zeigen große Algenteppiche vor der Küste.

Sie ziehen blau-grüne Schlieren durchs Wasser und können schnell zu richtigen Teppichen heranwachsen: Blaualgen. Die Bakterien vermehren sich bei den derzeitigen Temperaturen massenhaft in Gewässern - auch in der Ostsee, wie Satellitenaufnahmen zeigen. Sie sind für den Menschen gefährlich, da sie unter anderem Hautreizungen, Durchfall und Erbrechen auslösen können. Mit dem Badespaß in der Ostsee könnte es deshalb in den nächsten Tagen vorerst vorbei sein - und nicht nur für Menschen sind sie gefährlich.

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Die Cyanobakterien können sich rasant vermehren und Algenteppiche im Wasser bilden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf den Aufnahmen sind große Algenvorkommen vor den Küsten Dänemarks und Mecklenburg-Vorpommerns zu sehen, wie das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow mitteilt. Auch in den Bodden-Gewässern Rügens und im Stettiner Haff sind demnach Algenteppiche zu erkennen. Es handele sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Blaualgen-Gruppen. Wer immungeschwächt ist oder offene Wunden hat, solle nicht baden gehen, rät das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock.

Giftige Bakterien vermehren sich explosionsartig

Blaualgen, die eigentlich Bakterien und gar keine Algen sind, vermehren sich bei einem hohen Phosphatgehalt, Wassertemperaturen ab 18 Grad und hoher Sonneneinstrahlung geradezu explosionsartig. Bei ruhiger Wetterlage können sie sich an der Wasseroberfläche anreichern und bei auflandigem Wind an die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns getrieben werden. Ein weiterer Grund für die Massenvermehrung sind die Nährstoffe, die vom Land ins Meer gelangen. Der Sauerstoffmangel in großen Gebieten der zentralen Ostsee verstärkt diesen Prozess noch, wie das Landesamt erläutert.

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Drei Badestellen am Greifswalder Bodden sind inzwischen gesperrt, nachdem dort eine starke Blaualgen-Belastung festgestellt wurde. Dort waren am Wochenende drei Hunde nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald verendet, nachdem sie im Bodden bei Wampen gebadet oder Wasser geschluckt hatten.

Als Faustregel gilt: Sind die eigenen Füße im knietiefen Wasser nicht mehr sichtbar, sollte lieber nicht in dem See gebadet werden. Außerdem ist eine starke Belastung mit Cyanobakterien neben der eingeschränkten Sichttiefe an einer bläulich-grünen Trübung des Wassers, Schlierenbildung oder Algenteppichen an der Oberfläche zu erkennen.

Quelle: ntv.de, joh/dpa