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Weichenstellung Siebenschläfer Bleibt die Super-Hitze den ganzen Sommer?

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Es bleibt weiter heiß.

(Foto: imago images / Westend61)

Bald ist Siebenschläfer-Tag und die Temperaturen streifen aktuell die 40-Grad-Marke. Doch heißt das nun auch, dass die Super-Hitze den ganzen Sommer bleibt? n-tv Meteorologe Björn Alexander gibt einen Ausblick auf die weiteren Aussichten.

n-tv.de: Wenn es am Siebenschläfer-Tag heiß ist, bedeutet es dann automatisch, dass wir einen heißen Sommer bekommen? 

Björn Alexander: Der Siebenschläfer-Tag steht zwar am 27. Juni im Kalender. Ein bisschen Zeit zur Weichenstellung für den weiteren Sommerverlauf bleibt aber auch noch. Denn der eigentliche Siebenschläfer-Tag ist durch die Verschiebung mit der gregorianischen Kalenderreform tatsächlich erst später, nämlich am 7. Juli. Unabhängig davon ist der zu betrachtende Zeitraum natürlich nicht nur ein Tag (also: wie das Wetter am Siebenschläfer-Tag, so es sieben Wochen bleiben mag), sondern er erstreckt sich von Ende Juni bis ins erste Juli-Drittel hinein. Stellt sich nämlich in dieser Zeit eine stabile Wetterlage ein, dann hat diese eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, sich über einige Wochen zu halten. 

Wie groß ist diese Wahrscheinlichkeit?

Björn Alexander

Björn Alexander sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es einen sehr heißen Sommer gibt.

Im Süden Deutschlands liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 70 bis 80 Prozent. Das ist also schon bemerkenswert hoch. Und auch bei den Nordlichtern sind es immerhin um die 50 bis 60 Prozent.  

Lässt sich das auch meteorologisch erklären? 

Die meteorologische Erklärung hängt maßgeblich mit der Lage des Jetstreams zusammen. Das ist die wettersteuernde Strömung in der höheren Atmosphäre, die das Wetter in unseren Breiten maßgeblich bestimmt und die die Tiefdruckgebiete von Westen nach Osten führt. Liegt der sogenannte Jet nun weit im Norden, dann ziehen die Tiefs in einem großen Bogen um uns herum.

Wie sieht denn eine solche Lage konkret aus?

Eine solche Wetterlage könnte uns beispielsweise ein Hochdruckgebiet über Skandinavien bringen. Und weil in dieser Zeit (Ende Juni/Anfang Juli) die Atmosphäre besonders willig ist, eine derartige Wettersituation lange zu halten, kommen eben die sieben Wochen in der Bauernregel zusammen. In Wirklichkeit sind es häufig eher drei bis fünf Wochen.  

Welche Tendenzen lassen sich in diesem Jahr für die Siebenschläfer-Regel absehen?

Vorerst einmal stehen die Zeichen auf Sommer. Dabei überquert uns am Wochenende sogar noch ein weiteres Paket Saharaluft von West nach Ost. Landesweit werden nahezu überall nochmals 30 bis 36, örtlich bis 38 Grad erreicht. Danach schalten die Temperaturen zwar einen Gang runter. Jedoch ist das weitaus größere Problem die Trockenheit. Zumindest bis zur Mitte der kommenden Woche. Anschließend könnte es etwas wechselhafter werden, was wiederum die Natur freuen dürfte. Der Trend im Siebenschläfer-Zeitraum ist somit aus heutiger Sicht: erst heiß, anschließend normale Sommerwerte mit Sonne, zu der sich allmählich ein paar Schauer gesellen könnten.    

Quelle: n-tv.de

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