Panorama

Dutzende im Krankenhaus89 Verletzte nach Blitzeinschlag bei Bolsonaro-Demo

26.01.2026, 11:02 Uhr
00:00 / 02:43
Video poster

Wegen seines Putschversuchs wird der ultrarechte Ex-Präsident Brasiliens im September zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Seine Anhänger fordern kontinuierlich dessen Freilassung und gehen trotz Regenzeit auf die Straße. Während einer Kundgebung in der Hauptstadt kommt es wegen eines Blitzeinschlags zu verheerenden Folgen.

Bei einem Blitzeinschlag während einer Kundgebung von Anhängern des früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro sind nach Angaben der Feuerwehr 89 Menschen verletzt worden, darunter elf schwer. Der Vorfall ereignete sich während eines Unwetters auf dem Platz Praça do Cruzeiro in der Hauptstadt Brasília. Dort hatten sich Anhänger des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro versammelt, um für seine Freilassung zu demonstrieren.

Die aktuelle Regenzeit sorgt in dem Land für massive Regenfälle und Gewitter. Auf Videos ist zu sehen, wie Menschen mit Regenschirmen an einem Metallzaun stehen, während starker Regen fällt. Dann ist ein donnerähnliches Geräusch zu hören. Mehrere Menschen brechen daraufhin zusammen und werden von anderen Teilnehmern aufgefangen.

Der Vorfall löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften aus. Der Feuerwehr zufolge mussten 47 Betroffene in Krankenhäuser eingeliefert werden. Elf Menschen hätten "intensive medizinische Versorgung" benötigt.

Trotz Verurteilung äußerst beliebt

Bolsonaro hatte das südamerikanische Land von Anfang 2019 bis Ende 2022 regiert. Im vergangenen September wurde er nach einem langen Prozess schuldig gesprochen, seine Anhänger zum Putsch am 8. Januar 2023 angestiftet zu haben. Er soll diesen organisiert haben, um seine Wahlniederlage gegen seinen linksgerichteten Nachfolger Luiz Inácio Lula da Silva zu kippen.

Das Oberste Gericht des Landes verurteilte ihn deshalb zu 27 Jahren Haft. Die Zahl seiner Anhänger bleibt dennoch hoch. Erst Anfang Januar hatte Präsident Lula da Silva einen Gesetzesentwurf für eine Verkürzung der Haftstrafe seines Vorgängers auf zwei Jahre abgelehnt. Die finale Entscheidung des Kongresses steht jedoch noch aus.

Zudem wurde der Ex-Präsident kürzlich in einen rund 65 Quadratmeter großen Sondertrakt verlegt, nachdem Angehörige beim Obersten Gericht Beschwerde über dessen Haftbedingungen eingereicht hatten. Die Zelle beinhaltet ein Außenareal, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer und eine Küche.

Quelle: ntv.de, gri/dpa/AFP

DemonstrationenBrasilienUnwetter