Panorama

"Eine große Gefahr" Botsuana versteigert Elefantenjagd-Lizenzen

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Die Elefantenjagd ist seit 2019 in Botsuana wieder erlaubt.

(Foto: picture alliance / zb)

Als Botsuana 2019 die Elefantenjagd wieder legalisierte, protestierten Tierschützer weltweit. Nun will der südafrikanische Binnenstaat sogar Dutzende Lizenzen für die Elefanten-Jagd versteigern. Das Kuriose: Der Erlös soll dem Tierschutz zugutekommen.

Für die umstrittene Jagd auf Elefanten will Botsuanas Regierung Dutzende Lizenzen erteilen. "Ja, wir werden eine weitere Jagd-Auktion abhalten", bestätigte Duncan Senyatso, der Direktor der Nationalpark-Behörde. Für die Lizenz zum Abschuss von insgesamt 83 Dickhäutern können sich nationale und internationale Jäger bewerben - der Erlös soll dem Tierschutz zugutekommen.

In Botsuana war im Vorjahr der Abschuss von 287 Dickhäutern genehmigt worden. Der südafrikanische Binnenstaat hat weltweit einen der größten Elefantenbestände. Als er 2019 sein Elefantenjagdverbot aufhob, löste er damit international Empörung bei Tierschützern aus.

Heike Henderson von der Tierschutzorganisation "Future for Elephants" kritisierte: "Es besteht bei den geplanten jährlichen Abschussquoten in Botsuana eine große Gefahr von negativen Auswirkungen auf den Genpool der Tiere, weil in der Regel die größten und prächtigsten Bullen gejagt werden." Die Trophäenjagd diene weder dem Artenschutz noch der langfristigen Lösung von Mensch-Elefanten-Konflikten

Der Chef des nationalen Verbands für Wildtier-Produkte, Isaac Theophilus, wies dagegen darauf hin, dass der hohe Bestand Elefanten in Botsuana nicht zur gefährdeten Tierart mache. Die Jagd stelle vielmehr ein Instrument zur Bestandsregulierung dar.

Botsuana hat in Afrika eigentlich einen guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz. Während die Zahl der Elefanten in vielen Regionen Afrikas zurückgeht, ist sie in dem Binnenstaat laut offiziellen Angaben von etwa 50.000 im Jahr 1991 auf gut 130.000 Tiere gestiegen - das entspricht fast einem Drittel des Elefanten-Bestands Afrikas.

Quelle: ntv.de, can/dpa

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