Großrazzia im Meth-LaborPolizei nimmt deutsch-mexikanische Drogenbande hoch

Der Anführer soll erst 21 Jahre alt sein und doch sind es Kartell-Dimensionen. Bei einer Großrazzia hebt die Polizei eine mutmaßliche deutsch-mexikanische Drogenbande aus. In einer Gewerbehalle in Brandenburg betrieb sie offenbar ein riesiges illegales Meth-Labor.
In einem illegalen Drogenlabor nahe Berlin haben Polizei und Zollfahnder rund 30 Kilogramm Crystal Meth sowie fast 50 Liter mutmaßliche Methamphetamin-Base sichergestellt. Parallel zu der Durchsuchung in der Halle in Ludwigsfelde fanden die Ermittler in einer Berliner Wohnung fast 50 Kilogramm Cannabisprodukte, 32 Kilogramm des Narkosemittels Ketamin sowie drei Schusswaffen, wie die Berliner Staatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg mitteilten.
Die Behörden ermitteln gegen zwölf Männer im Alter von 19 bis 47 Jahren. Die Hälfte von ihnen befindet sich demnach in Untersuchungshaft. Mutmaßlicher Anführer der Gruppe soll ein 21 Jahre alter Berliner sein, in dessen Wohnung die Drogen gefunden wurden. Er soll drei Mexikaner im Alter zwischen 46 und 47 Jahren zur Herstellung der synthetischen Drogen engagiert haben. Die Männer wurden in dem Labor im Industriepark Ost in Ludwigsfelde festgenommen.
Nach ersten Erkenntnissen wurde dort vor allem die Droge Crystal Meth hergestellt. Crystal Meth ist ein Aufputschmittel der chemischen Kategorie Methamphetamin mit einer sehr starken Wirkung und einem hohen Suchtfaktor.
Durchsuchungen auch in Berlin und Baden-Württemberg
Polizei und Zollfahndungsamt waren am Mittwoch mit einem Großaufgebot und schwer bewaffnet in dem Gewerbegebiet angerückt. Parallel erfolgte eine Razzia in 13 weiteren Geschäftsräumen und Wohnungen der mutmaßlichen Drogenhändlerbande in Berlin und Brandenburg sowie eine Durchsuchung in Baden-Württemberg.
Auf die Spur der mutmaßlichen deutsch-mexikanischen Bande kamen die Fahnder durch Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Cannabisschmuggel im Februar 2026. Die Staatsanwaltschaft vermutet weitere Hintermänner.
Mehr als 250 Einsatzkräfte waren nach Behördenangaben an den Durchsuchungen beteiligt. Der Einsatz dauerte am Freitag an. Zuletzt standen die Räumung und Entsorgung von Restchemikalien durch Fachunternehmen im Vordergrund, wie der Sprecher des Zollfahndungsamtes, Christian Lanninger, sagte.