Panorama

Schutz vor der Schweinepest Brandenburg baut Elektrozaun

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Dieser Zaun tut Mensch und Schwein weh.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Brandenburger Spree-Neiße-Kreis stirbt ein Wildschwein an der Afrikanischen Schweinepest. Nun soll ein kilometerlanger Elektrozaun die weitere Ausbreitung verhindern. Das Bundeslandwirtschaftsministerium verkündet einen Exportstopp für deutsches Schweinefleisch.

Brandenburg sichert das Gebiet, in dem der deutschlandweit erste Fall der Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen wurde, mit einem Elektrozaun. Mit dem Bau sei am Nachmittag begonnen worden, teilt das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Demnach werden rund um eine Kernzone elektrische Wildschutzzäune mit einem Radius von mindestens drei Kilometern aufgebaut. Nach Angaben des RBB ist im Spree-Neiße-Kreis ein Zaun mit einer Länge von bis zu zwölf Kilometern vorgesehen.

Für die Kernzone gilt laut Schweinepest-Verordnung ein weitgehendes Betretungsverbot, auch der Fahrzeugverkehr ist dort eingeschränkt, um den Erreger nicht etwa über Schuhe oder Autoreifen weiterzuschleppen. Alle Landwirte, Schweinehalter und Jäger in den betroffenen Gebieten seien über die aktuelle Lage informiert worden, sagt Brandenburgs Gesundheits- und Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher. "Jetzt muss schnellstmöglich das Kerngebiet um den Fundort eingezäunt werden."

Zusätzlich zu der Kernzone wird mit einem Radius von 15 Kilometern um den Fundort derzeit das sogenannte gefährdete Gebiet mit Schildern und Hinweistafeln markiert. In diesem Gebiet gelten Nutzungsbeschränkungen für Land- und Forstwirtschaft. Es werde nun "alles in unserer Macht Stehende" unternommen, um die Afrikanische Schweinepest einzugrenzen und eine weitere Ausweitung möglichst zu vermeiden, erklärte Landwirtschaftsminister Axel Vogel. Es gelte, "negative Folgen für die Tierhalter und andere Landwirtschaftsbetriebe gering zu halten".

Schweinefleisch-Export gestoppt

Der infizierte Wildscheinkadaver war am Mittwoch auf einem abgeernteten Maisfeld entdeckt worden sieben Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Tags darauf hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mitgeteilt, dass sich der Verdachtsfall im Spree-Neiße-Kreis nach weiteren Tests bestätigt habe. Damit gibt es in Deutschland den ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest. Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine hingegen ist die Seuche tödlich.

Landwirte fürchten bei einer Ausbreitung große wirtschaftliche Schäden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium teilte mit, dass deutsche Exporte von Schweinefleisch nach China und in andere Länder außerhalb der EU nach dem Brandenburger Fall gestoppt werden mussten. Die meisten Veterinärzertifikate für den Export von Schweinefleisch in Drittländer enthielten die Anforderung, dass Deutschland frei von Afrikanischer Schweinepest sein müsse, hieß es. Diese Anforderung könne seit Donnerstag nicht mehr zertifiziert werden.

Quelle: ntv.de, chr/AFP