Panorama

Amazonas und Pantanal in Flammen Brasilien stellt Waldbrand-Bekämpfung ein

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Die Brände zerstörten schon rund 30.000 Quadratkilometer des Pantanal-Gebiets.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit fast 90.000 registrierten Bränden toben im Amazonas derzeit noch mehr Feuer als im Katastrophenjahr 2019. Doch das Land stoppt die Löscharbeiten. Den Feuerbrigaden fehlt das Geld. Neben der grünen Lunge der Erde brennt es noch in einem weiteren einmaligen Naturraum.

Die brasilianische Umweltbehörde Ibama hat sämtliche Einsatzkräfte im Kampf gegen Waldbrände zurückbeordert und ihren drastischen Schritt mit Geldmangel begründet. "Ich verfüge den Rückzug aller Waldbrandbrigaden zu ihrer jeweiligen Basis", hieß es in einem vom Chef des Nationalen Zentrums für die Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden gezeichneten Schreiben, aus dem das Nachrichtenportal G1 zitierte.

Der Zeitung "Estado de S. Paulo" und dem Sender TV Globo zufolge kehrten die Einsatzkräfte schon zurück. Das Ibama sprach laut den Berichten von Problemen bei der Freigabe von Mitteln durch das Finanzministerium seit September. Man sei mit 19 Millionen Reais, umgerechnet rund 2,9 Millionen Euro, im Zahlungsrückstand.

Umweltminister Ricardo Salles, dem das Ibama untersteht, hatte Ende August wegen der Blockade finanzieller Mittel die komplette Einstellung der Brandbekämpfung angekündigt. Vize-Präsident Hamilton Mourao nannte dies "voreilig" und sagte, die Operationen würden weitergehen. Auch diesmal verkündete Mourao, der zugleich Vorsitzender des Amazonas-Rates ist, er wolle die Situation mit Salles klären.

89.604 Feuer registriert

In verschiedenen Regionen Brasiliens sind derzeit Waldbrände aktiv, etwa im Amazonas-Gebiet und im Pantanal, einem der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Welt.

So wurden im Amazonas-Gebiet bereits 89.604 Feuer registriert, wie aus den Daten des Weltrauminstituts Inpe hervorgeht. Das sind mehr als im ganzen vergangenen Jahr (89.176), als die verheerenden Brände internationale Empörung hervorriefen.

Im Pantanal war das Jahr schon Ende September (18.259) das mit den meisten Feuern seit 2005 (12.536). Die Brände zerstörten nach jüngsten Daten der Bundesuniversität Rio de Janeiro bereits 41.090 Quadratkilometer des Feuchtgebiets in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul. Das ist laut der Zeitschrift "Nature" mehr als das Doppelte der bei den Waldbränden in Kalifornien verbrannten Fläche.

Quelle: ntv.de, can/dpa