Panorama

Höchster Stand seit 2003 Brexit führt zu Anstieg der Einbürgerungen

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Ein deutscher und ein britischer Reisepass.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Brexit lässt viele Briten offenbar ihre Staatsangehörigkeit überdenken. Im Jahr 2019 bekommen knapp 15.000 von ihnen einen deutschen Pass, die meisten leben schon lange in Deutschland. Nur Menschen aus einer Nationalität werden häufiger eingebürgert.

Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist 2019 um 15 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, erhielten rund 128.900 Ausländer im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft - ein Anstieg um 16.600 verglichen mit 2018. Damit erreichte die Zahl der Einbürgerungen den höchsten Stand seit 2003.

Der hohe Anstieg ist demnach auf vermehrte Einbürgerungen von Briten zurückzuführen. 2019 wurden mehr Briten eingebürgert als in den beiden Vorjahren zusammen. Insgesamt erhielten seit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 31.600 Briten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Britische Staatsangehörige, die 2019 eingebürgert wurden, hielten sich meistens bereits relativ lange in Deutschland auf - die Hälfte davon schon seit mehr als 26 Jahren. Sie waren außerdem vergleichsweise alt: Die Hälfte der eingebürgerten Briten war älter als 54 Jahre. Das Medianalter aller im Jahr 2019 Eingebürgerten lag bei 34 Jahren.

Im vergangenen Jahr ließen sich Menschen aus 183 Staaten in Deutschland einbürgern. Einbürgerungen von türkischen Staatsbürgern blieben, trotz rückläufigem Trend, mit 16.200 auch weiterhin am häufigsten. Dahinter folgten Staatsbürger aus Großbritannien (14.600), Polen (6000), Rumänien (5800) und dem Irak (4600). Nur 1,2 Prozent der Türken, die potenziell für eine Einbürgerung infrage kamen, haben die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Insgesamt kam jeder dritte Eingebürgerte aus einem EU-Mitgliedstaat.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP