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Kopf rasiert und geschlagenBritin hält Frau 25 Jahre als Haussklavin gefangen

22.01.2026, 17:37 Uhr
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Amanda Wixon am Dienstag, dem 20. Januar 2026, auf dem Weg zum Prozess am Gloucester Crown Court. (Foto: picture alliance / empics)

Ein 16 Jahre altes Mädchen soll für ein Wochenende bei einer anderen Familie unterkommen. 25 Jahre später wird sie von der Polizei entdeckt - als Haussklavin eingesperrt, abgemagert und verwahrlost. Nun steht das Urteil für ihre Peinigerin aus.

Eine Mutter von zehn Kindern aus Tewkesbury in England wurde vom "Gloucester Crown Court" der Freiheitsberaubung, Zwangsarbeit und Körperverletzung schuldig gesprochen, weil sie eine Frau 25 Jahre lang in ihrem Haus als Sklavin gehalten haben soll.

Amanda Wixon soll das damals 16 Jahre alte Opfer 1996 bei sich aufgenommen haben, weil die Familie sich nicht mehr kümmern konnte. Die beiden kannten sich über familiäre Verbindungen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Statt für sie zu sorgen, zwang Wixon die junge Frau aber offenbar dazu, sich um ihre Kinder und den Haushalt zu kümmern - teils unter unmenschlichen Umständen. Das Gerichtsurteil fällt im März.

Erst im März 2021 fand die Polizei nach einem Hilferuf mithilfe eines versteckten Handys die mittlerweile über 40 Jahre alte Frau in einem verwahrlosten Raum in Wixons Haus vor. Wie Aufnahmen der Bodycams der Polizei zeigten, war die Frau abgemagert, verschüchtert, ungewaschen und ängstlich. Zudem hatte sie Narben an Lippen und Gesicht, Prellungen sowie große Schwielen an Füßen und Knöcheln, weil sie offenbar gezwungen wurde, die Fußböden auf Knien und Händen zu reinigen. Das Opfer sagte der Polizei: "Ich will nicht hier sein. Ich fühle mich nicht sicher. Mandy schlägt mich ständig. Ich mag das nicht. Ich habe mich seit Jahren nicht gewaschen. Sie lässt mich nicht."

Vor Gericht sagte Sam Jones, Vertreter der Anklage, laut dem britischen "Guardian": "Sie wurde festgehalten und daran gehindert, die Wohnung zu verlassen, sie wurde angegriffen und viele, viele Male geschlagen und unter Androhung von Gewalt zur Arbeit gezwungen. Über viele Jahre hinweg wurde ihr Essen und die Möglichkeit, sich zu waschen, verweigert." Zudem soll Wixon ihr wiederholt gegen ihren Willen den Kopf rasiert, ihr Spülmittel in den Mund und Bleichmittel ins Gesicht gespritzt haben. Viele ihrer Zähne seien aus Mangel an Hygiene verfault und ausgefallen. Einen Arzt hatte das Opfer jahrelang nicht gesehen.

Opfer damals einfach verschwunden

Warum lokale Sozialdienste, die Ende der 1990er wohl noch Kontakt mit der Familie hatten, nichts unternommen haben, bleibt unklar. "Ende der 1990er Jahre scheint die Frau in einem schwarzen Loch verschwunden zu sein. Es gibt keine einzige Begegnung, die Spuren hinterlassen hätte", sagte Jones.

Wixons Verteidiger Edward Hollingsworth hält die Vorwürfe des Opfers für eine "Geschichte voller Fantasie und Lügen". So sei nicht nur das Opfer verwahrlost, sondern auch Wixons Kinder seien nicht geimpft, gingen nicht zur Schule und hätten verfaulte Zähne und Kopfläuse. Sie lebten alle unter erbärmlichen Bedingungen, das ganze Haus sei verschmutzt und schimmelig, und die Frau sei zwar vernachlässigt, aber nicht gewaltsam misshandelt worden.

Mittlerweile lebt das Opfer in einer Pflegefamilie, hat eine Zahnprothese und geht aufs College. Wixon selbst zeigte beim Prozess keine Reue. Sie wurde unter Auflagen auf Kaution freigelassen, das Urteil fällt am 12. März.

Quelle: ntv.de, akr

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