Panorama

Rinne ins Meer "fast fertig"Sandsäcke sollen Wal von Flachwasser fernhalten

25.04.2026, 11:51 Uhr
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Grosse-Sandsaecke-sogenannte-Big-Bags-liegen-im-Hafen-von-Kirchdorf-auf-Poel-auf-einem-Ponton-der-von-einem-Boot-geschoben-wird-Der-gestrandete-Buckelwal-liegt-weiterhin-im-Flachwasser-fest-Eine-private-Initiative-versucht-seit-Tagen-den-Wal-zu-retten
Eine private Initiative versucht seit Tagen, den Wal zu retten. (Foto: picture alliance/dpa)

An der Ostseeküste versuchen Freiwillige, einen Buckelwal zurück ins offene Wasser zu bewegen. Mit großen Sandsäcken soll erst einmal verhindert werden, dass das Tier weiter ins Flachwasser gerät. Doch für den eigentlichen Abtransport fehlt die entscheidende Genehmigung.

Mitarbeiter der privaten Hilfsinitiative für den gestrandeten Buckelwal haben rund 40 mit Sand gefüllte sogenannte Big Bags verladen und mit einem Schwimmponton in die Kirchsee-Bucht bugsiert. Dort liegt der Wal seit Tagen in einer künstlich ausgehobenen Mulde nahe der Insel Poel. Die großen Sandsäcke sollen als Barriere an den Wal gesetzt verhindern, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger bei steigenden Wasserständen noch weiter in die Flachwasserzone bewegt.

Nach Aussage des Teams war am Morgen eine 110 Meter lange Rinne fast fertig. Zuvor hatte der Unternehmer Fred Babbel gesagt, die Arbeiten würden im Laufe des Tages beendet. Sie führt demnach von der Mulde des Wals in tieferes Wasser. Durch diese zwei Meter tiefe Rinne soll der Wal in tieferes Wasser schwimmen oder notfalls gezogen werden, so die Idee des Teams. Der Meeressäuger soll voraussichtlich am Sonntag oder Montag - so die Pläne einer privaten Initiative - aus seiner Notlage befreit werden.

Geplant ist dann der Einsatz einer sogenannten Barge, einer Art nicht selbstfahrendem Lastkahn, der abgesenkt werden kann. Darin soll der Wal transportiert werden. Die Barge sei aber noch nicht vor Ort, hieß es. Die Arbeiten würden derzeit durch starken Wind und Wellengang erschwert.

Durch eine geöffnete Klappe am Heck soll das Tier entweder selbstständig in den Kahn schwimmen oder behutsam hineinbugsiert werden. "Notfalls müssen wir diese Hilfsmittel, diese weichen Schlingen, mit dazunehmen, vielleicht kriegen wir's auch so hin", hatte die Tierärztin der privaten Rettungsinitiative, Kirsten Tönnies, gesagt. Den Wal mithilfe von Gurten zu bewegen, hatten die Behörden in der Vergangenheit als zu belastend für das Tier abgelehnt.

Ohnehin gab das Ministerium bisher noch kein Go für den neuen Transportplan. Der zunächst vorgesehene Transport mit Plane und Pontons ließ sich nicht mehr umsetzen, es seien noch einige Fragen offen, hieß es. Am Morgen teilte ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern mit, der Wal liege noch immer in der Kuhle, zum Zustand seiner Gesundheit könne man keine Angaben machen.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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