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Unterstützung für Ämter Bund will mehr Corona-Helfer rekrutieren

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Neben Soldaten könnten bald auch Studenten die Behörden unterstützen.

(Foto: dpa)

Bei der Corona-Nachverfolgung unterstützen bereits jetzt rund 15.000 Soldaten die Gesundheitsämter. Doch die Infektionszahlen steigen und viele Behörden kommen kaum hinterher. Kanzleramtschef Braun will deswegen mehr Helfer mobilisieren - und setzt dabei auch auf Studenten.

Angesichts der stark steigenden Zahlen an neuen Corona-Infektionen versucht die Bundesregierung zusätzliche Helfer zu rekrutieren, um die Kommunen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zu unterstützen. "Der Bedarf ist enorm, es wird eine fünfstellige Zahl von Helfern benötigt", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun der "Rheinischen Post".

Neben dem Bundeswehrkontingent von bis zu 15.000 Soldaten schaue man auch, "ob wir weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden mobilisieren können", sagte der CDU-Politiker. Er habe zudem die Hoffnung, zur Kontaktnachverfolgung auch eine größere Zahl von Studierenden zu gewinnen. Die Regierung sei mit der Hochschulrektorenkonferenz im Gespräch, damit die Freiwilligen keine Nachteile im Studium hätten.

Aus Sicht von Braun bewährt sich die Corona-Warn-App vor dem Hintergrund der dynamischen Pandemie-Entwicklung. "Die Warnungen nehmen derzeit drastisch zu, wir sehen einen steilen Anstieg", sagte der Kanzleramtschef. Bis Dienstag hätten bereits 10.860 positiv getestete Nutzer eine Warnung über die App an ihre anonymen Kontakte aussenden können. Die App ist mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird.

Braun erneuerte seinen im Sommer gemachten Vorschlag, einen Staatsakt für die Corona-Opfer abzuhalten, "wenn die Corona-Pandemie im Wesentlichen besiegt ist". Die im Sommer verbreitete Botschaft, wonach Deutschland gut durch die Krise komme, hätten Angehörige, die einen Menschen an das Virus verloren, als extrem zynisch wahrnehmen müssen. "Ihnen sage ich, dass die Opfer dieser Pandemie unter keinen Umständen vergessen werden", unterstrich Braun.

Quelle: ntv.de, jki/dpa