Panorama

Streit um Teststrategie Bundesländer stellen sich gegen Spahn

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Markus Söder will beim Vorhaben der Bundesregierung nicht mitziehen.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Mit dem Ende der Reisezeit sollen Corona-Tests wieder nach dem Langzeitansatz ablaufen. Vor allem Menschen mit Symptomen sollen sich testen lassen. Die Ankündigung von Gesundheitsminister Spahn stößt beim bayerischen Ministerpräsidenten Söder auf wenig Zustimmung - und damit steht er nicht allein.

Kaum kündigt Gesundheitsminister Jens Spahn eine Rückkehr zur alten Teststrategie nach der Reisezeit an, formiert sich in einigen Bundesländern bereits Widerstand. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will an umfangreichen Corona-Tests für Reiserückkehrer festhalten. Vier Bundesländer seien strikt gegen Pläne, die kostenlosen Tests für Reiserückkehrer wieder zu streichen, sagt der CSU-Chef.

Man könne nicht zwei Wochen nach Einführung der Testmöglichkeiten diese wieder abschaffen wollen, widerspricht Söder zudem Spahn, der für eine Korrektur der Regelung plädiert. Die deutlich höhere Anzahl an Positiv-Fällen unter den Rückreisenden zeigten, dass es nicht um "Massentests", sondern eine gezielte Teststrategie gehe, betonte der CSU-Chef.

Söder widersprach auch der Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums, das vor einer Überbeanspruchung der Testkapazitäten gewarnt hatte. Statt die Tests zurückzufahren, solle man lieber die Kapazitäten weiter ausbauen. Er gehe davon aus, dass sich nach Ende der Sommerferien die Zahl der Reiserückkehrer ohnehin reduzieren werde.

"Das ist keine Bitte, sondern eine staatliche Anordnung"

Zusammen mit Gesundheitsministern aus mehreren Ländern strebt Spahn an, dass es für Reiserückkehrer keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben soll. Rückkehrer aus Risikogebieten sollen sich in Quarantäne begeben und diese künftig frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen negativen Test verlassen dürfen.

Im Moment gilt für diese Reisenden noch, dass sie die Quarantäne mit Vorlage eines maximal 48 Stunden alten Tests bei der Einreise oder durch einen in Deutschland auf Anordnung der Behörden gemachten Test umgehen können. "Das ist keine Bitte, sondern eine staatliche Anordnung", unterstrich Spahn mit Blick auf die Regelung, die für Reisende aus Risikogebieten eine 14-tägige Quarantänepflicht vorsieht. Die entsprechende Verordnung gilt seit dem 8. August.

Quelle: ntv.de, mba/rts/AFP