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Noch mehr Schnee am Wochenende Bundeswehr muss beim Schneeräumen helfen

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Die Bundeswehr muss in Bayern helfen.

REUTERS

Zwar hat es in Bayern mittlerweile vielerorts aufgehört zu schneien. Doch die Lage entspannt sich trotzdem nicht. In fünf Landkreisen gilt nach wie vor der Katastrophenfall und am Wochenende kündigt sich schon die nächste Unwetterfront an.

Die heftigen Schneefälle der vergangenen Tage halten in Bayern weiter die Einsatzkräfte in Atem, und neuer Schnee kündigt sich bereits an. Mehr als 1000 Helfer waren laut Behörden am heutigen Freitag in den südlichen Landkreisen von Oberbayern im Einsatz. Weitere waren auf dem Weg in die Alpenregion. Inzwischen gilt in fünf Landkreisen der Katastrophenfall. An etlichen Schulen fällt auch zu Beginn der neuen Woche der Unterricht aus.

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Soldaten helfen, den Schnee von den Dächern zu räumen.

(Foto: dpa)

Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen rief am Vormittag den Katastrophenalarm aus. Die Behörde übernehme die Koordination der Hilfs- und Rettungseinsätze. Für die oberbayerischen Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein und Teile des Berchtesgadener Lands galt bereits der Katastrophenalarm.

Während die Straßen mittlerweile größtenteils geräumt sind, bereitet den Einsatzkräften der Schnee auf den Dächern große Sorge. Mehr als 450 Gebäude seien bedroht, bisher seien knapp 100 bereits von der Last befreit, teilten die Einsatzbehörden mit. Etwa 800 Kräfte von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk (THW), Feuerwehr und anderen Organisationen seien im Einsatz. Der Schnee lag vielfach mehr als einen Meter hoch auf den Dächern, die Rede war sogar von bis zu zwei Metern. Auch die Schneelast auf den Bäumen könnte zur Gefahr werden. In Berchtesgaden soll ein Hubschrauber nun möglichst bald beginnen, Bäume an der weiter gesperrten Strecke in den Ortsteil Buchenhöhe von der Last zu befreien.

Lawinengefahr entspannt sich - vorerst

Derweil scheint sich die Lawinengefahr zwar etwas entspannt zu haben, ist aber noch längst nicht gebannt. Der Lawinenwarndienst Bayern stufte die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß (Stufe 4) ein, das ist die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Für den übrigen Alpenraum gelte erhebliche Gefahr, also Warnstufe 3. Auch in weiten Teilen Österreichs ging die Lawinengefahr leicht zurück. In den am stärksten vom enormen Schneefall der vergangenen Tage betroffenen Gebieten galt am Freitag zumeist die zweithöchste Warnstufe 4, wie die Warndienste mitteilten. Am Vortag Donnerstag war vielerorts noch die höchste Lawinenwarnstufe 5 in Kraft gewesen. Im freien Gelände bleibt es aber dennoch äußerst gefährlich, wie unter anderem das Land Salzburg deutlich machte. "Der Schneedeckenaufbau ist extrem labil, und Lawinen können ganz leicht ausgelöst werden", sagte Michael Butschek vom Lawinenwarndienst Salzburg. "Wir raten dringend von Fahrten im freien Gelände ab."

Wegen verschneiter Gleise blieb der Regionalverkehr vielerorts eingestellt. Nach Angaben eines Bahnsprechers fallen auch in den kommenden Tagen zahlreiche Züge aus. Am Münchner Flughafen wurden am Freitag wetterbedingt 90 Flüge gestrichen. Für mehrere Stunden saßen Auto- und Lastwagenfahrer in der Nacht zum Freitag auf der Autobahn 8 fest: Schneeglätte und ein querstehender Lastwagen brachten den Verkehr am Chiemsee komplett zum Erliegen.

Nach einer kurzen Schneepause kündigt sich für das Wochenende der nächste Schneefall an. In den Alpen und im Bayerischen Wald sollen es bis Samstagfrüh erneut 5 bis 10 Zentimeter werden. n-tv Meteorologe Björn Alexander erklärt: Im Alpenraum werde sich die Lage besonders am Sonntag nochmals zuspitzen. In Summe könnte in höheren Lagen stellenweise mehr als ein Meter Neuschnee hinzukommen. Vor allem die Schneebruchgefahr werde in Höhenlagen extrem zunehmen. Zur Einordnung: Derzeit liegen auf 1500 Metern bereits zwischen anderthalb und zweieinhalb Metern Schnee.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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