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"Macht Fehler - ihr dürft das!" Bush-Töchter schreiben Obama-Mädels

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Malia und Sasha Obama müssen bald aus dem Weißen Haus ausziehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Acht Jahre lang haben Malia und Sasha Obama im Weißen Haus gelebt - nun gehen die beiden Mädchen neue Wege. Nützliche Tipps für eine Zukunft abseits der Weltöffentlichkeit gibt's nun von den Bush-Zwillingen.

Im Weißen Haus erwachsen zu werden, ist nicht sehr leicht: Jenna und Barbara Bush, die Töchter von Ex-Präsident George W. Bush, können ein Lied davon singen. Sie waren gerade 19 Jahre alt, als sie von Texas nach Washington zogen und dort als "Americas First Daughters" unter den Augen der Nation begannen, flügge zu werden. Eine Erfahrung, die sie mit den Töchtern des scheidenden US-Präsidenten Barack Obama verbindet. Auch für Malia und Sasha Obama endet in Kürze die Zeit im Weißen Haus. Während die Ältere der beiden künftig das renommierte Harvard College besuchen will, muss die Jüngere erst noch die Highschool abschließen. Auch deshalb will die Familie zunächst in Washington bleiben.

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Haben kräftig am goldenen Käfig gerüttelt: Jenna und Barbara Bush.

(Foto: AP)

In einem Brief an ihre Nachfolgerinnen, den das "Time"-Magazin jetzt veröffentlichte, geben die Bush-Töchter den Obamas ein paar Tipps für die Zukunft mit auf den Weg. "Genießt das College", schreiben sie. "Wie der Großteil der Welt weiß, haben wir es getan." Schlagzeilen machten Jenna und Barbara Bush des Öfteren - und nicht alle dürften ihrem konservativen Vater und damals mächtigsten Mann im Staate gefallen haben. Um in Texas an Alkohol zu kommen, fälschten die beiden Teenager 2001 zum Beispiel ihre Ausweise. Erst vor zwei Jahren gestand Jenna Bush zudem in einer TV-Show, dass sie auf dem Dach des Weißen Hauses mit ihrem damaligen Freund und heutigen Ehemann Chase Hager herumgeknutscht hat.

US-Autor Ronald Kessler bezeichnete die Bush-Zwillinge in seinem 2009 erschienenen Buch als "Alptraum für den Secret Service". Ganz so renitent wie ihre Vorgängerinnen waren die Obama-Töchter freilich nicht. Doch auch sie zogen hin und wieder Kritik auf sich - etwa, als sie sich 2014 beim traditionellen Thanksgiving-Fest weigerten, in die Kameras zu lächeln. Manch einem waren sogar die Röcke der Mädchen zu kurz. Rückblickend haben Malia und Sasha zumindest in den Augen der Bush-Töchter aber alles richtig gemacht. "Wir haben verfolgt, wie ihr von Mädchen zu beeindruckenden jungen Frauen voller Anmut und Leichtigkeit gewachsen seid", schreiben sie in ihrem Brief. "Und immer hattet ihr einander. Genauso wie wir."

"Entdeckt eure Leidenschaft"

Nun gehe es darum, die Geschichte ihres Lebens weiterzuschreiben - unabhängig von den Eltern. Auch die Bush-Zwillinge haben das getan. Während Jenna Bush heute als Journalistin für die NBC arbeitet, setzt sich ihre Schwester Barbara, anders als Vater und Großvater, öffentlich für die gleichgeschlechtliche Ehe ein. Auch den Obamas raten sie, sich auszuprobieren. "Ihr tragt nicht länger das Gewicht der Welt auf euren Schultern", so die Zwillinge. "Entdeckt eure Leidenschaft. Findet heraus, wer ihr seid. Macht Fehler - ihr dürft das!" Ein Appell, den die Bushs nicht grundlos an die beiden Mädchen richten. Schon in einem ersten Brief kurz nach der Amtseinführung von Obama 2009 hatten sie betont, wie groß der öffentliche Druck auf die "First Children" ist.

Zugleich sei es jedoch ein großes Privileg, im Weißen Haus aufzuwachsen. "Es hat uns die Augen geöffnet für neue Menschen, Kulturen und Ideen", erinnern sich die heute 35-jährigen Frauen. "Nehmt all das mit, was ihr gesehen habt - die Menschen, die ihr getroffen habt, die Lektionen, die ihr gelernt habt. Lasst euch davon leiten, um einen positiven Wandel zu erreichen. Wir haben keine Zweifel, dass euch das gelingen wird."

Quelle: n-tv.de, jug

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