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Schwedens König ändert Statuten Carl Gustaf reagiert auf Nobelpreis-Skandal

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König Carl XVI. Gustaf

(Foto: imago/E-PRESS PHOTO.com)

Es geht um Belästigung, Korruption und Verrat von Geheimnissen. Die Schwedische Akademie, die alljährlich den Literaturnobelpreis vergibt, befindet sich in Zeiten des Umbruchs. Nun schaltet sich König Carl Gustaf in die Debatte ein.

Im Skandal um die Schwedische Akademie ändert König Carl XVI. Gustaf nun die jahrhundertealten Statuten des Literaturnobelpreis-Gremiums. Regeln zum Austritt aus der Akademie würden ergänzt, teilte das Königshaus mit. Bisher waren die Sitze in der Jury für den Literaturnobelpreis auf Lebenszeit vergeben und ein Rücktritt unmöglich. Obwohl mehrere Mitglieder zuletzt angekündigt hatten, aus Protest gegen den Umgang mit einem Skandal nicht mehr an Sitzungen teilzunehmen, konnten ihre Sitze nicht nachbesetzt werden.

Hintergrund ist eine Affäre um Belästigung, Korruption und Verrat von Geheimnissen. Mehrere Mitglieder hatten ihre Arbeit niedergelegt, weil die Akademie daraus keine ausreichenden, auch personellen Konsequenzen zog. Auch die Schriftstellerin Katarina Frostenson warf das Handtuch. Sie steht mit ihrem Mann im Mittelpunkt des Skandals.

Jahrelang hatte sie über Subventionen der Akademie für den Kulturverein ihres Mannes entschieden, ohne dass die anderen Mitglieder davon wussten. Außerdem soll sie die Namen von sieben Nobelpreisträgern vorzeitig ausgeplaudert haben. Ihrem Mann warfen im vergangenen Herbst 18 Frauen sexuelle Belästigung vor. In Folge der Enthüllungen trat in der vergangenen Woche auch die Ständige Sekretärin Sara Danius zurück. Sie richte sich damit nach dem Willen der Akademie, erklärte sie.

Derzeit sei die Zahl der inaktiven Mitglieder so groß, "dass das ernsthaft die Fähigkeiten der Akademie gefährdet,ihre wichtigen Aufgaben zu erfüllen", erklärte das Königshaus. Unter anderem sei der nötige Wiederaufbau der Akademie behindert. Künftig sollten nicht nur die Sitze von zurückgetretenen Mitgliedern neu besetzt werden, sondern auch die von Mitgliedern, die zwei Jahre lang nicht aktiv mitgearbeitet haben.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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