Panorama

Höchster Stand seit fünf Wochen China meldet 108 Corona-Neuinfektionen

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Beamte registrieren Fahrzeuge an einer Schnellstraße in der Grenzprovinz Heilongjiang.

(Foto: imago images/Xinhua)

In China steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder leicht an. Nachdem die Behörden am Samstag 99 neue Fälle gemeldet hatten, waren es am Sonntag schon 108 - der höchste Wert seit fünf Wochen. Die meisten davon gehen laut den Behörden weiterhin auf Einreisende zurück.

Das chinesische Festland hat am Sonntag 108 neue Coronavirus-Fälle gegenüber 99 am Vortag gemeldet. Es ist die höchste Zahl an Neu-Infektionen seit mehr als fünf Wochen. Die meisten Fälle seien auf Einreisende zurückzuführen, erklärte die nationale Gesundheitskommission. Auf dem Festland würden 98 der Fälle aus Übersee stammen. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt nach offiziellen Angaben nun bei 82.160 und die Zahl der Todesopfer ist um zwei auf 3341 gestiegen.

Schon gestern hatten die Behörden Sorge über den Zustrom von Reisenden geäußert, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind und von Russland in die Grenzstadt Suifenhe in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang kommen. Ein Team von 15 Experten machte sich am Sonntag von Peking auf den Weg nach Suifenhe nahe der russischen Hafenstadt Wladiwostok - unter anderem, um Testmöglichkeiten auszuweiten.

Bis Samstag wurden in der Stadt rund 300 Fälle mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet, darunter rund 100 Infizierte, die keine Symptome zeigten. Die Zahl der Patienten werde in den kommenden Tagen noch steigen, sagte der Vizedirektor der Gesundheitskommission von Heilongjiang, Ge Hong, nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua. Wegen des Zustroms von heimkehrenden Chinesen über die Grenze, von denen nach bisherigen Erfahrungen im Schnitt zwischen zehn und 20 Prozent infiziert sind, wurde ein provisorisches Krankenhaus in einem Bürogebäude für 600 Patienten eingerichtet.

Da die Flugverbindungen zwischen China und Russland unterbrochen wurden, fliegen viele Chinesen jetzt nach Wladiwostok und machen sich dann auf die gut zweistündige Fahrt zur Grenze. Der Grenzübergang musste wegen des Andrangs zeitweise geschlossen werden. Alle Einreisenden müssen getestet werden und werden in einer Einrichtung isoliert.

In der 70.000 Bewohner zählenden Stadt wurde eine Ausgangssperre verfügt, die den - nach gut zweieinhalb Monaten gerade wieder aufgehobenen - strengen Maßnahmen am Ursprungsort der Pandemie in Wuhan ähneln. Ein Mitglied eines Haushalts darf nur alle drei Tage aus dem Haus, um Besorgungen zu erledigen, wie das Magazin "Caixin" berichtete.

Quelle: ntv.de, bdk/rts/dpa