Panorama

Corona-Virus erreicht Frankreich China stellt 56 Millionen unter Quarantäne

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus greift China zu drastischen Maßnahmen. Mehrere Millionenstädte sind abgeriegelt. Der gesamte inländische Verkehr wird streng überwacht. Frankreich bestätigt unterdessen die ersten Infektionen mit 2019-nCoV in Europa.

Während in Europa die ersten Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt wurden, verschärft China seine Maßnahmen im Kampf gegen den Erreger dramatisch. Die chinesischen Behörden haben landesweite Überwachungsmaßnahmen für Züge, Flugzeuge und Busse angeordnet. Wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilte, werden im gesamten öffentlichen Verkehr Messstationen eingerichtet. Passagiere mit Verdacht auf eine Infektion müssten "sofort" in eine medizinische Einrichtung gebracht werden. Fünf weitere Städte in der Provinz Hubei wurden zudem von der Außenwelt abgeriegelt.

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Nach Angaben der örtlichen Behörden wurde in den fünf Städten der öffentliche Verkehr ausgesetzt und der Zugang zu den Autobahnen gesperrt. Damit wurden nun insgesamt 18 Städte im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus isoliert. De facto stehen damit 56 Millionen Menschen unter Quarantäne.

In Hubei befindet sich auch die Elf-Millionen-Metropole Wuhan, von der das Virus ausging und die als erste chinesische Stadt wegen des Erregers 2019-nCoV unter Quarantäne gestellt worden war. Nach Behördenangaben gibt es mittlerweile landesweit knapp 1300 bestätigte Infektionsfälle, 41 Patienten starben. Auch aus anderen Ländern wurden einzelne Fälle gemeldet, darunter Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan, Vietnam und die USA. Inzwischen hat das Virus auch erstmals Europa erreicht. In Frankreich wurden am Freitag drei Verdachtsfälle bestätigt.

Inzwischen gibt es auch in Frankreich als erstem Land der EU bestätigte Infektionen. Drei Patienten befinden sich in Frankreich derzeit unter Quarantäne im Krankenhaus, wie das französische Gesundheitsministerium mitteilte. Ein Fall trat demnach in Bordeaux auf, die anderen beiden Lungenerkrankungen wurden in Paris diagnostiziert. Alle Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten, hieß es. Jeder, der in engem Kontakt mit den drei Infizierten stand, solle überprüft werden.

Die Regierung werde alles unternehmen, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Agnès Buzyn. "Wir müssen eine Epidemie behandeln wie einen Flächenbrand." In Bordeaux handelt es sich den Angaben zufolge um einen 48-jährigen Mann, der über Wuhan aus China zurückgekehrt war.

Bestätigte Fälle wurden zuletzt auch aus anderen asiatischen Ländern wie Japan, Thailand, Vietnam, Singapur und Taiwan gemeldet. Aus den US-Großstädten Seattle und Chicago wurde bis Freitag jeweils eine Erkrankung gemeldet. Auch Australien bestätigte einen Fall der vom neuen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP/dpa