Panorama

Nach Feiertag kommt Abkühlung Christi Himmelfahrt wird nur moderat sommerlich

241532961.jpg

Vor allem im Norden Deutschlands könnte ein Schirm an Christi Himmelfahrt zum Repertoire gehören. Dort sind Schauer möglich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Wetter zeigt sich über das lange Feiertagswochenende unbeständig. Von geeignetem Ausflugswetter bis zu Schauern ist alles dabei. Zum Wochenende kühlen sich die Temperaturen sogar noch weiter ab. Trotz des bevorstehenden Monats Juni lässt sich das Sommerwetter insgesamt noch ein wenig Zeit, sagt ntv-Wetterexperte Björn Alexander im Interview.

Für viele von uns dürfte ein langes Wochenende vor der Tür stehen. Was bringt das Wetter?

Licht und Schatten auf der einen Seite und eher wenig sommerliche Temperaturen auf der anderen Seite. Das hat aber gleichzeitig den Vorteil, dass die Luft für große Unwetterlagen jetzt erst einmal raus ist.

Stichwort Unwetter: Auch unsere südlichen Nachbarn - also Österreich und die Schweiz - hatten zuletzt ja heftige Gewitter über sich ergehen lassen müssen. Ist es dort ebenfalls ruhiger?

Zunächst einmal noch nicht. Denn aktuell ist das Unwetterpotenzial über dem Alpenraum und Norditalien sowie in den anderen Urlaubsregionen wie über den Balearen und dem Balkan noch deutlich erhöht. Hier drohen neben schweren Gewittern auch Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Wie ist die Entwicklung für uns in Deutschland?

Für den Donnerstag - also Christi Himmelfahrt beziehungsweise den Herren- oder Vatertag - gibt es vielerorts durchaus passables bis sehr brauchbares Ausflugswetter. Zwar sind über der Nordhälfte nebst einem lebhaften Wind gelegentliche Schauer möglich. Doch besonders der zuvor noch teils klitschnasse Süden bekommt einen trockenen Sonne-Wolken-Mix.

Bei welchen Temperaturen?

Die Werte liegen im ausflugstauglichen Bereich, wenn es ums Wandern oder Radeln geht. Denn es wird nicht allzu schweißtreibend mit meist 20 bis 24 Grad. Einzig im Norden bleibt es mit 15 bis 19 Grad frischer. Nach den teilweise hitzigen Zeiten zuletzt somit ideales Wetter zum nachhaltigen Durchlüften.

Wenn es nun aber vielleicht doch an die Küsten oder den See zum Schwimmen gehen soll: Wie sind die Wassertemperaturen aktuell?

Neoprenverwöhnte Wassersportlerinnen und Wassersportler, die auf Wind angewiesen sind, dürften voll auf ihre Kosten kommen. Nur in Badeanzug oder -hose ist die Kombination aus einem strammen Wind und dem Sprung ins kühle Nass dagegen wohl was für die Hartgesottenen. Momentan vermelden die Küsten von Nord- und Ostsee oftmals um die 14 bis knapp 18 Grad. Die Badeseen sind insgesamt etwas wärmer mit 15 bis um die 20 Grad. Dabei gilt alles in allem: Je weiter südwärts der See liegt, umso wärmer ist er.

Wie geht es am Freitag, dem Brückentag, weiter?

Im Süden und Westen bleibt es freundlich und überwiegend trocken, während es im Norden und Osten durchwachsener mit Schauern weitergeht. Dabei bleibt es über der Nordhälfte windig, zum Teil erneut stürmisch. Die Temperaturen zeigen sich nach wie vor gedämpft bei 14 bis 24 Grad.

Und am Samstag ...

Björn Alexander

ntv-Wetterexperte Björn Alexander.

... werden die Unsicherheiten bei den Details größer - grundsätzlich dürfte es aber mit den Werten nochmals weiter runtergehen. Der teilweise kräftige Wind mit satten Sturmböen an der See dreht auf Nordwest bis Nord und sorgt für ein atlantisch frisches Temperaturniveau zwischen 13 Grad am Erzgebirge und 20 Grad am Oberrhein. Hierbei hat es der Süden weiterhin am besten in puncto Sonne. Denn in der Mitte und im Norden sehen die Wettercomputer unbeständige Aussichten mit einem erhöhten Regenrisiko.

Was macht das Wetter am Sonntag?

Nach derzeitigem Stand dürfte es überall leicht wechselhaft sein. Neben der Sonne, die vor allem zwischen Main und Donau gut im Rennen sein könnte, erwartet uns somit auch der ein oder andere Schauer. Der Wind wird weniger wild unterwegs sein, kommt aber weiterhin aus nordwestlichen Richtungen, was nochmals auf die Temperaturbremse drückt. Aus heutiger Sicht sind am Sonntag kaum mehr als 10 bis 18 Grad möglich.

Da gilt wohl das Motto: Besser bibbern als mit Tornados rechnen zu müssen. Wie häufig sind eigentlich diese Wirbelstürme generell bei uns in Deutschland?

Das kommt natürlich ganz auf die Häufigkeit von entsprechenden Wetterlagen an - insbesondere im Frühjahr und Sommer. Hierbei spielte beispielsweise das Jahr 2016 mit vielen Unwettern eine hervorstechende Rolle. Damals gab es über 60 bestätigte Tornados plus mehr als 10 plausible Wirbelstürme und über 400 Verdachtsfälle. Im Dürrejahr 2018 waren es hingegen nur knapp über 20 bestätigte Tornados und wenige, die außerdem noch als plausibel einzustufen sind. Verdachtsfälle waren es damals etwas über 100. Insofern gibt es in Deutschland alljährlich eine durchaus beachtliche, aber stark variierende Anzahl von Tornados.

Wie macht das Wetter in der nächsten Woche weiter: Unwettersommer oder doch lieber Atlantikfrische?

Zum Wochenanfang spielt der Sommer definitiv noch keine Rolle. Erst zum Junianfang und somit zum Pfingstwochenende lassen die Vorhersagen leichte Aufwärtstrends erkennen. Ob das aber der große Wurf gen Sommer ist, bleibt mindestens abzuwarten. Beim Blick auf die experimentellen Langfrist-Trends für den Juni 2022 fällt nämlich aktuell auf, dass der Sommer im ersten Sommermonat ziemliche Startschwierigkeiten haben könnte.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen