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Neue Version verfügbar Corona-Warn-App liefert jetzt mehr Infos

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Die App wurde bislang mehr als 25 Millionen Mal heruntergeladen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zuletzt beklagten Nutzer, die Corona-Warn-App zeige keine Risiko-Kontakte mehr an. Nun steht eine aktualisierte Version zur Verfügung. Sie soll nicht mehr nur heikle Begegnungen anzeigen, sondern auch aktuelle Daten zu Neuinfektionen und Entwicklungen liefern.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes steht in einer neuen Version zum Herunterladen bereit. Die Anwendung enthält nun einen Info-Bereich mit den wichtigsten Kennzahlen zum aktuellen Infektionsgeschehen in Deutschland. Den dort veröffentlichten Zahlen zufolge haben bislang knapp 230.000 Personen, die selbst positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ihre Mitmenschen mithilfe der App vor möglichen gefährlichen Begegnungen gewarnt. Der Tageswert liegt hier bei knapp 1500.

Die Nutzerinnen und Nutzer könnten in der App auch auf die aktuellen Zahlen zu den Neuinfektionen, der Sieben-Tage-Inzidenz und den Sieben-Tage-R-Wert zugreifen. Des Weiteren hätten die Entwickler die Nutzerfreundlichkeit verbessert und einige kleinere Fehler beseitigt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage und wird pro 100.000 Einwohner angegeben. Sie wurde von Bund und Ländern mit Blick auf Kreise und kreisfreie Städte als maßgeblich für neue Einschränkungen in der Corona-Pandemie festgelegt. Der R-Wert, der auch Reproduktionszahl genannt wird, gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt. Liegt diese Zahl unter eins, deutet es darauf hin, dass die Epidemie abflaut. Denn dann steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als eine weitere Person an. Der R-Wert, der vom Robert-Koch-Institut (RKI) berechnet wird, lässt also Rückschlüsse auf die Epidemie-Entwicklung zu.

Nach der letzten Aktualisierung der App hatten Nutzer beklagt, dass die App keine Risiko-Begegnungen mehr anzeigte. Hunderte Nutzer teilten auf Twitter diesen Eindruck, über die Ursachen wurde gerätselt. Die Zahl der niedrigen Kontakte führte das Unternehmen SAP, das die App im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums gemeinsam mit der Deutschen Telekom entwickelt hat, auf zwei Ursachen zurück: Einerseits seien über die Weihnachtsfeiertage insgesamt weniger Corona-Tests durchgeführt worden, wodurch automatisch auch die Zahl der Risikobegegnungen gesunken sein dürfe. Andererseits sei die Erfassung von Risikokontakten mit der Version 1.9 der App verfeinert worden. Seitdem könne "präziser gesteuert werden, welche Begegnungen gezählt werden sollen", erklärte ein Sprecher Anfang des Jahres auf Nachfrage.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wurde bislang mehr als 25 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass sie von rund 23 Millionen Menschen aktiv genutzt wird. Die Wirksamkeit der App erhöht sich, je mehr Menschen die Anwendung auch tatsächlich einsetzen.

Quelle: ntv.de, chf/dpa