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Schiffsriese in Schwierigkeiten Crew verlässt brennenden Hapag-Frachter

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Kein kleiner Kahn: Die "Yantian Express", hier am Containerterminal im Hamburger Hafen.

(Foto: © Hapag Lloyd)

Feuer an Bord im Nordatlantik: Vier Tage nach dem Ausbruch eines Ladungsbrands muss sich die Besatzung eines Frachters der deutschen Reederei Hapag-Lloyd in Sicherheit bringen. Das Schiff wird auf hoher See geräumt. Der Kampf gegen die Flammen dauert an.

Das Feuer an Bord des deutschen Containerschiffs "Yantian Express" ist noch nicht unter Kontrolle: Die Reederei Hapag Lloyd ordnete die Evakuierung des rund 320 Meter langen Frachters an. Das Schiff liegt derzeit knapp 800 Seemeilen (rund 1480 Kilometer) vor der kanadischen Küste.

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Wegen des anhaltenden Brands in der Containerladung wurde das Schiff evakuiert, teilte die Reederei mit. Die Mannschaft, bestehend aus acht Schiffsoffizieren und 15 Seeleuten, sei "unbeschadet" auf einen Bergungsschlepper übergesetzt, hieß es. Eine genaue Einschätzung des Schadens an der "Yantian Express" und der Ladung sei derzeit noch nicht möglich.

Das Feuer war am vergangenen Donnerstag während der Fahrt über den Atlantik im Inneren eines Containers an Deck ausgebrochen. Der seit Tagen schwelende Brand griff auf weitere Container über. Der Brandherd ist schwer zugänglich und mit Bordmitteln kaum zu bekämpfen. Widrige Witterungsbedingungen auf hoher See erschweren die Arbeiten zusätzlich.

Die US-Küstenwache koordiniert die Notfallhilfe. Mehrere Schiffe halten sich zur Unterstützung bereit, darunter auch das Bergungsschiff "Happy Ranger". Aufgrund der schlechten Wetterlage konnte das Feuer bislang nicht eingedämmt werden, teilte Hapag Lloyd mit. Im fraglichen Seegebiet herrscht stürmischer Wind und hoher Seegang. Der Kampf gegen die Flammen musste zeitweise komplett unterbrochen werden. Derzeit wird die Brandbekämpfung durch den Bergungsschlepper "Smit Nicobar" fortgesetzt.

Von Sri Lanka nach Kanada

Bei der "Yantian Express" handelt es sich um einen Containerfrachter, der unter deutscher Flagge fährt. Das Schiff kann bis zu 7510 Standardcontainer (TEU) aufnehmen. Das im Jahr 2002 gebaute Schiff befand sich auf dem Weg von Colombo (Sri Lanka) über den Suezkanal in die ostkanadische Hafenstadt Halifax.

Das Hamburger Unternehmen Hapag Lloyd betreibt eigenen Angaben zufolge eine Flotte von 222 modernen Containerschiffen und zählt damit zu den weltweit führenden Linienreedereien im Seefrachtverkehr. Der Fall der "Yantian Express" weckt Erinnerungen an die Havarie des Containerfrachters "MSC Flaminia", der nach einem größeren Containerbrand im Sommer 2012 zeitweise aufgegeben werden musste und wochenlang antriebslos im Atlantik trieb.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ

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