Nun auch Aalborg betroffenDänemark vergrößert Lockdown-Gebiet

Weil die Infektionszahlen nicht sinken, zieht die dänische Regierung die Zügel enger. Der seit Mittwoch geltende Teil-Lockdown wird auf weitere Gebiete ausgedehnt. Dadurch sind nun vier Fünftel der Bevölkerung von den strikten Corona-Maßnahmen betroffen.
In Dänemark schrillen die Corona-Glocken: Wegen rasant steigender Infektionszahlen weitet die Regierung die für die Hälfte der Bevölkerung geltenden Corona-Maßnahmen auf weitere Landesteile aus. Der am Mittwoch in Kraft getretene Teil-Lockdown in 38 der 98 dänischen Kommunen gilt ab Freitag um 16 Uhr auch für 31 weitere Gemeinden, darunter die Großstadt Aalborg und die gesamten Regionen Seeland (Sjælland) und Mitteljütland (Midtjylland). Das gab Gesundheitsminister Magnus Heunicke in Kopenhagen bekannt. Damit sind nun etwa vier Fünftel der dänischen Bevölkerung von den Maßnahmen betroffen.
Die Corona-Beschränkungen gelten bereits seit Mittwoch für größere Landesteile, darunter die Hauptstadtregion um Kopenhagen und die Großstädte Aarhus und Odense. Restaurants, Cafés und Kneipen müssen in den Kommunen vorläufig bis zum 3. Januar ebenso dicht bleiben wie überdachte Kultur- und Freizeiteinrichtungen, etwa Kinos, Museen, Fitnessstudios und Schwimmbäder.
Schüler ab der fünften Klasse und diejenigen weiterführender Bildungseinrichtungen werden von nun an digital unterrichtet, öffentliche Bedienstete ohne kritische Funktion wurden ins Homeoffice geschickt. In ganz Dänemark gilt bereits seit längerem eine Begrenzung öffentlicher Versammlungen auf maximal zehn Personen.
Die dänischen Corona-Zahlen steigen währenddessen weiter stark an. Erst vor wenigen Tagen lag die tägliche Neuinfektionszahl erstmals bei über 2000. Diesen Donnerstag erreichte sie einen weiteren Höchststand von 3132 bestätigten Fällen innerhalb von 24 Stunden, wie Heunicke bekanntgab. Auf die Bevölkerung gerechnet lag Dänemark bei den Neuinfektionen in den vergangenen 14 Tagen etwas höher als Deutschland. Die dänische Zahl der Todesfälle pro 100.000 Einwohner ist dagegen weiter eine der niedrigsten Europas.