Panorama

Sympathie für Linksextreme  Dayton-Schütze führte Todesliste

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Connor Betts soll besessen von Gewalt gewesen sein. Auf Twitter retweete er Inhalte von Linksextremen.

(Foto: REUTERS)

Am Wochenende erschüttern gleich zwei Amokläufe die USA. In Texas mordet ein offensichtlich Rechtsextremer, über den Schützen in Ohio sind zunächst wenig Details bekannt. Nun zeigt sich, dass er mit Linksextremen sympathisierte.

Der Amokläufer von Dayton in Ohio sympathisierte offenbar mit Linksextremen, hegte Gewaltfantasien und führte eine Todesliste. Das berichten US-Medien wenige Tage nach dem Massaker mit 9 Toten und 27 Verletzten am frühen Sonntagmorgen. Dem Polizeichef von Dayton zufolge war der Täter Connor Betts "besessen" von Gewalt und Amokläufen gewesen, berichtet der Sender CNN.

Im Gegensatz zu dem Todesschützen von El Paso in Texas war Betts kein Rechtsextremer. Eher das Gegenteil: Auf Twitter habe er mehrere Äußerungen von Linksextremen weiterverbreitet, etwa von der Antifa und anderen antifaschistischen Gruppen, heißt es bei CNN. Darunter seien Einträge gegen die Polizei gewesen. In seiner Kurzbiografie auf seinem Twitter-Profil beschrieb er sich demnach als Fan von Heavy-Metal-Musik und Anime-Comics sowie als Linken. Daneben habe der Satz gestanden: "Ich gehe in die Hölle und komme nicht zurück".

Die 24-jährige Mika Carpenter, die Betts seit ihrem 13. Lebensjahr kannte, sagte der "New York Times": "Er war irgendwie voller Hass auf Frauen, weil sie sich nicht mit ihm verabreden wollten." Nachdem er eine "Abschussliste" mehrerer Mädchen seiner Schule erstellt hatte, wurde er von der Bellbrook Highschool verwiesen, wie die "Dayton Daily News" berichteten. CNN zitiert einen anderen Freund mit den Worten, Betts habe gern mit der Hand eine Pistole geformt, dann auf Menschen gezielt und so getan als schieße er auf sie. Er habe zudem mehrfach gedroht sich oder andere umzubringen.

Betts war einem Bericht des Portals "Buzzfeed News" zufolge Mitglied einer Porngrind-Metal-Band namens "Menstrual Munchies", deren Songtexte von sexueller Gewalt handelten. Demoy Howell, ein Freund des Schützen, sagte der "Dayton Daily News", Betts sei "schon immer ein bisschen ein Sonderling" gewesen. Er habe "einen schwarzen Humor" gehabt und Witze über den Tod von Menschen gemacht. Howell hob hervor: "Ich denke, das war weniger ein Hassverbrechen als ein 'Ich hasse alle'-Verbrechen."

Quelle: n-tv.de, vpe mit AFP

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