Panorama

Unwort des Jahres gesuchtDer "Putin-Versteher" ist im Rennen

08.11.2014, 11:32 Uhr
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Er ist einer der bekanntesten Putin-Versteher: Schauspieler Gerard Depardieu. (Foto: picture alliance / dpa)

2013 war es der "Sozialtourismus", der zum Unwort des Jahres erklärt wurde, 2012 der von Jörg Kachelmann geprägte Begriff "Opfer-Abo". Für das Unwort 2014 können bis Ende des Jahres Vorschläge eingereicht werden. Die Jury wartet noch auf einen Favoriten.

Was ist das Unwort des Jahres 2014? Zu den häufiger genannten Vorschlägen zählen "Putin-Versteher", "Sterbehilfe-Tourismus" oder auch die "Armutszuwanderung"."Einen Renner gibt es aber noch nicht", sagte die Darmstädter Professorin Nina Janich von der Sprachkritiker-Jury. Am 13. Januar 2015 wird das Unwort in Darmstadt bekanntgegeben.

Insgesamt seien bisher fast 600 Einsendungen eingegangen, unter ihnen mehr als 400 verschiedene Begriffe. Noch bis zum 31. Dezember ist es möglich, Vorschläge einzureichen. Beteiligen kann sich jeder. Zum Unwort des Jahres 2013 war "Sozialtourismus" gewählt worden. Damit sei gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht worden. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 1340 Einsendungen.

Nur ein Votum für "Opfer-Abo"

"Putin-Versteher" - ein Begriff, mit dem Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt bezeichnet werden - sei zwar am häufigsten vorgeschlagen, sagte Janich. Die Bezeichnung komme aber wegen der Nennung eines Eigennamens weniger in Betracht. "Wir warten noch auf einen Favoriten."

Mit der Aktion Unwort des Jahres soll das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache gefördert werden. Vorgeschlagen werden können Begriffe, die gegen die Menschenwürde verstoßen oder gegen Prinzipien der Demokratie. Genannt werden können auch Formulierungen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die beschönigend, verschleiernd oder gar irreführend sind. Die Jury richtet sich nicht nach der Häufigkeit der Vorschläge, sondern entscheidet unabhängig. So war der Begriff "Opfer-Abo", der zum Unwort des Jahres 2012 gewählt worden war, nur einmal vorgeschlagen worden. Die Unwort-Jury besteht im Kern aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten.

Quelle: ntv.de, asc/dpa

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