Panorama

Leer und Düsseldorf: Neue Fälle Deutlich mehr Infektionen in Frankfurt

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In diesem "Bethaus" der Baptistengemeinde in Frankfurt brach das Coronavirus aus.

(Foto: imago images/epd)

Der Coronavirus-Ausbruch in Frankfurt ist größer als bislang angenommen: Mehr als doppelt so viele Menschen haben sich mittlerweile infiziert. Auch beim Ausbruch in Niedersachsen steigen die Zahlen.

Die Zahl der Infizierten bei lokalen Coronavirus-Ausbrüchen in Hessen und Niedersachsen ist weiter gestiegen. In Frankfurt sind mittlerweile 107 Fälle festgestellt worden, in Leer fielen 18 Tests positiv aus, sieben mehr als noch am Vortag. Zudem gab es einen neuen Ausbruch in einem Altersheim in Düsseldorf, wo 23 Bewohner positiv getestet wurden. Bislang sei nur eine Bewohnerin in eine Klinik eingeliefert worden, die anderen seien zurzeit symptomfrei, teilte die Stadt mit. Sie blieben in der Pflegeeinrichtung in Quarantäne. Insgesamt lebten mehr als 100 Menschen in der Einrichtung im Stadtteil Benrath, hieß es.

In Ostfriesland hat das Gesundheitsamt Leer mittlerweile Quarantäne für 118 Menschen angeordnet, nachdem es am Samstag nur etwa halb so viele gewesen waren. Am Wochenende war bekannt geworden, dass es dort einen Coronavirus-Ausbruch gegeben hatte. Elf Menschen infizierten sich demnach im Zusammenhang mit dem Besuch eines Restaurants am 15. Mai in der Stadt. Eine weitere Person aus einem anderen Landkreis habe sich in der Folge angesteckt. Die Testergebnisse mehrerer Personen aus dieser Gruppe, die Symptome zeigten, stehen dem Landkreis Leer zufolge noch aus.

Nach dem Besuch des Lokals sind mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Foto: Lars-Josef Klemmer/dpa/Archivbild

Nach dem Besuch des Lokals sind mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

(Foto: Lars-Josef Klemmer/dpa/Archivbild)

Die Behörden prüfen nun, ob es in dem Restaurant Verstöße gegen die Corona-Auflagen gab. Einen Zwischenstand teilten die Behörden am Sonntag nicht mit. "Das müssen wir abwarten", sagte ein Sprecher. Der Inhaber des betroffenen Restaurants in Moormerland hatte am Samstag gesagt, er wisse nicht, ob sich das Virus beim Eröffnungsabend seines Lokals verbreitet habe. Es sei auch möglich, dass sich die Menschen vor oder nach dem Abend infiziert hätten.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann sah noch am Samstag keine Notwendigkeit, vom Lockerungskurs abzurücken. "Nach ersten Erkenntnissen ist das Infektionsgeschehen nicht auf einen normalen Restaurantbesuch zurückzuführen, stattdessen wurde dort offenbar eine private Party gefeiert", sagte die SPD-Politikerin. Der Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen forderte den Kreis Leer auf, für Klarheit zu sorgen.

Frankfurter Amtsleiter: Haben das im Griff

Die meisten Infizierten in Frankfurt hätten sich nicht bei sondern nach dem Gottesdienst zu Hause angesteckt, sagte Frankfurts Amtsleiter René Gottschalk zu den Fällen in seiner Stadt. "Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus." Die Einzelfälle würden nachverfolgt. "Wir haben das gut im Griff." Am Samstag waren erst 40 Fälle festgestellt worden.

Im benachbarten Hanau hätten sich nach dem Gottesdienst vor rund zwei Wochen 16 Menschen infiziert, teilte die Stadt mit. Der Wetteraukreis meldete am Sonntag zudem weitere 26 positive Covid-19-Fälle im Zusammenhang mit der Zusammenkunft am 10. Mai. Wie es ihnen geht, wisse er nicht, sagte Daniel Freimuth vom Krisenstab der Stadt. Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst am 10. Mai gekommen waren, ist noch nicht bekannt. Es seien aber alle Regeln eingehalten worden, hieß es von der Gemeinde. Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa