Panorama

Coronavirus auf Kreuzfahrtschiff Deutsche Passagiere werden ausgeflogen

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Die "Diamond Princess" liegt seit zwei Wochen im Hafen von Yokohama vor Anker.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" bricht das Coronavirus aus. Von rund 3700 Passagieren - darunter auch mehrere Deutsche - werden 634 infiziert und in Quarantäne gesteckt. Die übrigen Fahrgäste sollen nun ihn ihre Heimatländer ausgeflogen werden.

Alle an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" in Japan verbliebenen Deutschen werden mit einem italienischen Flugzeug nach Berlin ausgeflogen. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Tokio erfuhr, ist der Abflug für Freitagabend 22 Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ) geplant.

Das Schiff hatte wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 zwei Wochen lang im japanischen Yokohama unter Quarantäne gestanden. Ein deutsches Ehepaar aus Hessen war positiv auf den Erreger getestet worden und liegt im Krankenhaus. Ein weiterer Deutscher will mit seiner japanischen Frau aus München noch einige Tage in Tokio bleiben. Die übrigen sechs Passagiere aus Deutschland reisen mit anderen Europäern mit dem Flieger aus Italien aus. Die Maschine werde zuerst einen Zwischenstopp in Berlin machen, hieß es.

Unterdessen geht die Ausschiffung der negativ auf das Virus getesteten Passagiere von Bord der "Diamond Princess" weiter. Nachdem an beiden Vortagen zusammen 717 Passagiere das Schiff verlassen hatten, sollen an diesem Freitag weitere rund 450 Menschen von Bord, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete.

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Am Vortag waren zwei positiv auf das Sars-CoV-2 getestete japanische Senioren gestorben. Das Gesundheitsministerium hat bisher bei 634 Passagieren und Crewmitgliedern Infektionen festgestellt. Sie werden in Krankenhäusern betreut. Diejenigen, die zwar negativ getestet wurden, aber Kontakt mit Infizierten hatten, müssen vorerst an Bord bleiben. Anfangs hatten sich rund 3700 Menschen auf dem Schiff befunden.

Unterdessen beeinträchtigt die Angst vor dem Virus immer mehr Sportveranstaltungen in Japan, wo in knapp einem halben Jahr die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden sollen. Nachdem die Organisatoren des traditionellen Tokio-Marathons kürzlich entschieden hatten, dass in diesem Jahr nur Top-Athleten, aber keine Amateure teilnehmen dürfen, wurde dasselbe nun für den Frauen-Marathon in Nagoya beschlossen. Der Stadt-Marathon in Nagoya wurde zudem ganz abgesagt.

Japans Gesundheitsminister Katsunobu Kato rief die Organisatoren verschiedenster Veranstaltungen auf, ihre Pläne zu überdenken. Eine Absage fordere die Regierung zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht. Auch die Olympischen Spiele sollen wie geplant im Sommer stattfinden.

Quelle: ntv.de, mba/dpa